Eine Ankunft voller Überraschungen. Ohne Vorahnung standen wir plötzlich in Mitten von tausenden Menschen und umgeben von unzähligen Verkaufsständen. Stadtfest? Jahrmarkt oder doch nur ein Feiertag? Wir hatten beide wirklich keine Ahnung was zu diesem Zeitpunkt in dieser Stadt überhaupt los war, bis uns unser überaus netter Hostelbesitzer aufgeklärt hat. Wasserfest. Was kann man sich darunter vorstellen? - Drachenboote, die einem etwas zu lang geratenem Kanu ähnelten, in denen bestimmt um die 15 - 20 Leute drin saßen und teilweise standen und um die Wette paddelten. Wer war schneller? Wer wird gewinnen? Fragen, die die Menschen dort anscheinend sehr beschäftigte, schließlich nahm gefühlt ganz Battambang an diesem Fest teil und feuerte den ganzen Tag angespannt mit. Für Paul und mich eher unspektakulär und total stressig, denn wenn man von A nach B kommen wollte, entschloss es sich als ziemlich schwierig durch die Massen von Menschen überhaupt durch zu kommen, ob zu Fuß oder mit dem Roller. Einzelne Polizeibeamte versuchten ihr bestes, den unübersichtlichen Verkehr irgendwie in den Griff zu bekommen, scheiterten aber letztendlich kläglich.
Zum Glück für uns, war es von 3 Tagen der letzte Tag und somit in ein paar Stunden vorbei. Was wir nicht erwarteten, war ein atemberaubendes und plötzlich auftretendes Feuerwerk und eine Anzahl an unzähligen aufsteigenden Laternen, die mit kleinen Briefen versehen waren. Ein Moment, der einem einfach alles vergessen ließ und kaum zu beschreiben war. Auch wenn dieses Spektakel nur von kurzer Dauer war, war es umso schöner es mit anzusehen, da wir überhaupt nicht damit gerechnet haben und es für uns ein gelungener Start ins neue Abenteuer war.
Da wir total erschöpft und kaputt von der Reise nach Battambang waren, passierte für uns an dem Abend nicht mehr viel und warteten nur noch darauf, bis das Sandmännchen vorbei kam. Am nächsten Morgen wartete schon die nächste Überraschung bzw. Erfahrung auf uns. Das Frühstück, zubereitet von unserem Hostelbesitzer, welches mindestens eine kambodschanische Spezialität beinhaltete. Mit unserem Hostel sowie mit dem Frühstück und dem Service generell waren wir mehr als zufrieden. Wir haben direkt eine persönliche Verbindung über WhatsApp hergestellt, so dass wir uns jeder Zeit melden konnten, wenn irgendwas war. Außerdem waren die Leute dort sehr sehr freundlich und hilfsbereit und haben einen herzlich aufgenommen. Wir haben uns super wohlgefühlt! Gestärkt ging es somit für uns los die Stadt erkunden - mit einem Roller. Ein Roller war in Kambodscha mittlerweile unser ständiger Begleiter, schließlich hatten wir so die Chance viel zu sehen und immer flexibel zu sein, was uns sehr angesprochen hat.
Somit konnten wir auch etwas außerhalb vom Stadtkern das Leben kennenlernen und ein unglaubliches Highlight entdecken. Über 600 ausgewachsene Krokodile und ein unvergesslicher Moment warteten auf uns. Das ich eines Tages mal ein kleines Krokodil in den Händen halten würde, hätte ich mir niemals erträumen lassen. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und ließ mir ein Krokodil auf die Hand setzen. Auch wenn es noch keine Zähne hatte und mich somit nicht beißen konnte, schreckte ich bei jeder einzelnen Bewegung des Krokodils zusammen und ließ es vor Schreck ausversehen fallen - ups. Kann etwas noch peinlicher sein? Als hätte das nicht schon gereicht wurde mir ein größeres Krokodil in die Hände gelegt. Ich dachte eigentlich das ich meine Angst oder eher mein schreckhaftes Verhalten mit dem Fall deutlich gemacht hätte - war wohl nix. Ganz ruhig und gut festhalten. Genau diese Sachen gingen mir durch den Kopf, um einer weiteren Blamage aus dem Weg zu gehen.
Nach dieser Begrüßung und kurzen Kennenlernphase ging es dann zur Hauptattraktion - den ausgewachsenen Krokodilen. Sind die überhaupt echt? - wie versteinert lagen die Krokodile übereinander gewürfelt dort und versuchten irgendwie die Hitze dort zu ertragen. Einige ließen es sich in einem badewannengroßem Pool gut gehen. Ein so prächtiges und respektvolles Tier mal von nahen zu sehen war wirklich unfassbar interessant.
Auch wenn die Krokodile sich kaum bewegt haben, war es umso spannender für uns wenn dort mal etwas passierte. Selbst wenn sich ein Krokodil nur von einer Seite auf die nächste drehte, war es doch schon extrem fasziniert dabei zuzusehen, wie sich die Tiere in ihrer vollen Pracht fortbewegen.
Da es schon langsam Mittagszeit wurde, machten sich unsere Mägen bemerkbar. Was uns in Kambodscha bisher aufgefallen war, dass man nicht unbedingt in Restaurants sondern eher an Straßenständen, Märkten oder so genannten Garküchen super günstig und lecker essen kann. Somit machten wir uns auch in Battambang schon gar nicht mehr groß auf die Suche nach irgendwelchen preiswerten Restaurants, denn da kann man schon mal eine Zeit lang unterwegs sein.
Was bei unserem Besuch in Battambang natürlich nicht fehlen durfte, waren Tempel, die wir uns vorher rausgesucht und angeschaut hatten. Über 100 Stufen in die Höhe und jede einzelne war gefühlt 3 Meter hoch. Und das bei über 30 Grad in der Sonne. Was tut man nicht alles für eine schöne Aussicht und nette Fotos.
Was uns direkt ins Auge fiel, waren kleine Kinder, die einem den ganzen Aufenthalt dort oben mit einem Fächer kalte Luft zu wedelten, ohne das man etwas erwähnt hatte. Geldmacherei - natürlich. Jedoch aber haben wir uns mit denen ganz gut verstanden. Kleinen Kindern das Internet und seine Funktionen zu zeigen kann schon lustig werden, wie wir gemerkt haben. Snapchat - Jeder weiß mittlerweile etwas mit dem Begriff anzufangen. Die kleinen Kinder dort jedoch nicht. Bestimmt eine Dreiviertel Stunde beschäftigen sie sich mit meinem Handy und den verschiedenen Filtern bei Snapchat.
Es war so herzerwärmend mit anzusehen, wie viel Spaß die beiden hatten, nur weil sie plötzlich auf dem einen Bild ein paar Katzenohren hatten und auf dem anderen ein Kürbis im Gesicht trugen. Auch wenn man sich untereinander schlecht auf englisch verständigen konnte, war es doch ein sehr persönliches und einzigartiges Gespräch mit zwei kambodschanischen Kindern.
In Battambang gibt es viele sehenswerte Dinge wie zum Beispiel auch den Bambootrain.
Was man sich darunter vorstellen kann? So gesehen einfach zwei Metallrollen auf einer Schiene, überdeckt mit einer Bambus Platte. Nachteil? Es gab leider nur eine Schiene für alle die mit dem Bambootrain fahren wollten🙂 heißt also, bei jedem Gegenverkehr, wurde einer der Züge abgebaut und innerhalb von 2 Minuten wieder zusammen gebastelt. Sichere Kiste auf jeden Fall. Für uns war es eine lustige Erfahrung, Zug auf kambodschanischer Art zu fahren.
Sonnenuntergang Liebhaber unter euch? Wenn ja, dann seit ihr in Battambang genau richtig. Zu einem wunderschönen Sonnenuntergang bekommt ihr eine Armee von Fledermäusen zu sehen, die kurz darauf aus einer Höhle geflogen kommen. Paul und ich saßen bestimmt eine Stunde lang davor - es waren einfach so unglaublich viele und eine beeindruckende Erfahrung.
Dieses Ereignis vollendete unseren Aufenthalt in Battambang und ließ uns mit einem Lächeln im Gesicht gehen.
Paul und ich waren beeindruckt. Wir haben unglaublich viele neue Dinge kennenlernen und ausprobieren dürfen, neue Erfahrungen und Eindrücke sammeln, sowie unsere Stärken und Schwächen herausfordern können. Allem in Einem war der Aufenthalt in Battambang ein voller Erfolg. Auch wenn uns das Zentrum selbst nicht wirklich überzeugt hat, waren wir von dem Umland und der Landschaft an sich total überwältigt! Battambang ist auf jeden Fall einen Besuch wert, schließlich ist für jedermann an Aktivitäten oder Sehenswürdigkeiten etwas dabei - das kann ich euch versprechen.
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