Klein aber fein. Das trifft es wohl am ehesten. Ohne Wissen über die winzige Stadt am Meer entschieden wir uns auch Kep mit in unsere Planung einzubeziehen. Der erste Eindruck war niederschmetternd. Hätten wir vorher gewusst, was uns erwartet, wären wir nicht länger als 2 Nächte geblieben - Pech gehabt, die 3 Nächte waren gebucht. Hinter her ist man ja bekannter Weise immer schlauer ...
Die Ortschaft war sehr sehr klein, nicht wirklich sehenswert. Der Strand im Hintergrund ähnelte eher dem der Nordsee und das Wasser war braun vor Dreck. Ein teures Restaurant nach dem anderen, so dass wir tatsächlich auf die *Suche* gehen mussten, um etwas in unserer Preisklasse zu finden. 10 US$ für eine Pizza war uns dann doch ein wenig zu viel. Wenn man nach gefühlten Stunden ein günstiges Restaurant gefunden hatte, war der Vorrat leider nicht mehr ausreichend - totaler Reinfall der erste Abend. Immerhin war unsere Unterkunft hingegen sehr schön und recht neu. Das Hostel lag mitten in der Natur und grenzte an dem Dschungel an, weshalb wir Abends vor der Tür zwei Meter hohe Tiere stehen hatten und man nichts außer leuchtende Augen durch das Licht der Taschenlampe erkennen konnte. Ich glaube Paul und ich hatten noch nie so viel Panik wie in diesem Moment. Schließlich konnten wir nicht ahnen, dass es letztendlich nur eine Kuh war, die sich wohl verirrt hatte. Da im Zentrum nicht viel zu machen war, sind wir mit einem Roller viel in der Umgebung herum gefahren.
Dazu gehörte zum Beispiel auch eine riesige Pfefferplantage, mitten im Nirgendwo. Die Natur dort hat uns beide ziemlich sprachlos gemacht - wir waren verblüfft. Ein kleiner Pfad in Mitten von Blumen und Büschen, rechts und links Wasserbüffel, die auf der Wiese grasten und ein See, umgeben von riesigen Pfefferplantagen. Eindrucksvoller ging es nicht - und das Ganze auch noch kostenlos! Bis auf unsere Nerven, die wir auf dem Weg dort hin verloren, bezahlten wir nichts. Inbegriffen war eine kostenlose Führung über das Gelände und Kostproben des bekannten Cambodia Peppers. Zum Ende hin konnte man sich natürlich für Geld eines der Pfeffersorten mitnehmen - reine Tourimasche. Nach ungefähr 2 Stunden verließen wir das Paradis aus Grün und fuhren den einstündigen Weg mit dem Roller wieder zurück.
Pfützen, die so tief waren wie ein See und die Mittagssonne, die einem die Arme und Schultern verbrannt hat. So viel Aufregung und Anstrengung an einem Tag, dass man davon ausging eine gute Nacht zu haben - nix da. Gewitter und Sturm. So laut und extrem, dass die Metalltür zur Dachterasse dem Ganzen nicht mehr Stand hielt und auf und zu schlug. Wir dachten es kommt eine Herde Wasserbüffel auf uns zu gerannt, so unglaublich laut war das. Gott sei Dank war der Besitzer so aufmerksam und hat uns doch noch eine gute Nacht ermöglicht, indem er die Tür dann einfach richtig verschlossen hat🙏🏽
Am letzten Tag wollten wir den Ort besuchen, für den Kep bekannt ist - der Crabmarket. Jedoch war dies für uns nicht sonderlich ansprechend, wir sind beide leider keine Fischesser und fühlten uns daher ein wenig fehl am Platz. Somit war der Aufenthalt dort nicht lang und uns blieb nichts anderes übrig, als den Tag mit Rollerfahren rum zu bekommen, auch wenn wir die Umgebung gefühlt schon 10 mal abgefahren sind. Wie gesagt, klein aber fein. Auf jeden Fall nichts für uns wie wir festgestellt haben.
Für ein bis zwei Nächte ist Kep ganz nett. Wir haben für uns allerdings festgestellt, dass auch ein Tagesausflug von Kampot aus gereicht hätte, schließlich liegt die Entfernung zwischen den beiden Städten nur bei 45 Minuten. Trotz weniger Erwartungen und Vorstellungen von Kep waren wir schon etwas enttäuscht. Man sollte auf jeden Fall ein bisschen mehr Geld einplanen, schließlich gab es dort nichts günstiges außer einer Bäckerei, wovon man sich auch nicht den ganzen Tag ernähren kann. Es war ein Besuch wert, schon alleine wegen der Pfefferplantage. Sowas haben wir vorher noch nie zu Gesicht bekommen. Trotz diesem Highlight, kommt für Paul und mich ein weiterer Besuch in Kep nicht in Frage. Aber jeder empfindet sämtliche Eindrücke unterschiedlich und unsere Interessen liegen eher in den Umgebungen, in denen man viel erleben und sehen kann. Das war dort nicht der Fall und hat uns gefehlt.
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