In Thailand ist der Verkehr ähnlich schlimm wie in Kambodscha. Aus meiner Sicht noch ein bisschen schlimmer. Trotz des erheblichen Verkehrsaufkommens läuft der Verkehr üblicherweise recht flüssig, aber extrem langsam.
Einige Ampelschaltungen ( 5 Minuten Takt ) oder auch befremdliche Fahrweisen der Einheimischen können einen durchaus zum Nachdenken bringen.
Aber alles jammern und motzen bringt hier nichts. Entweder der Verkehr läuft oder er läuft eben nicht. Die Fahrbahnmarkierungen oder Schilder spielen in Thailand eine untergeordnete, bis gar keine Rolle. Steht dort ein Schild, man darf nur links abbiegen, biegen alle nach rechts ab.
Vierspurige Fahrbahnen werden gerne mal zu achtspurigen.
Ampeln oder sogenannte U-Turns auf Autobahnen sind völlig normal und auch ein entgegenkommendes Moped auf einem Highway ist hier nichts besonderes. Mir schlackern die Ohren wenn ich nur daran denke. Überholt wird dort wo Platz ist. In Kambodscha wurde noch gehupt wenn man überholt hat. Als Warnung. In Thailand wird man ohne Warnung mit 80 Sachen von Mopeds überholt. Kein Wunder also das viele Unfälle passieren. Unter Backpackern spricht man deshalb gerne vom Thai-Tattoo. Dies ist keine unter die Haut gestochene Bemalung, sondern eine tiefe Verletzung die unter Bandagen geschützt ist.
Uns fielen die häufigen Polizeikontrollen auf. In Chiang Mai war es zwar eher eine Abzocke als Kontrolle aber sei’s drum. Wir wurden auch in Pai, Ko Tao und Koh Phangan angehalten. In Kambodscha nicht ein einziges Mal.
Die Strassenverhältnisse in den touristisch erschlossenen Gegenden sind allesamt gut. Also für asiatische Verhältnisse gut. Glatte Autobahnen wie in Deutschland braucht hier keiner zu erwarten. In abgelegenen Gebieten, wie beispielsweise im Tal von Pai sind uns Pisten begegnet, die auch ein Kartoffelfeld hätten sein können. Aber da steigt das Off-Road-Feeling um 100%. Auf Ko Phangan sind wir eine Straße gefahren, die gefühlt vertikal nach unten ging. Ich bin fast Kopf über über den Roller geflogen. Aber solche Sachen gehören dazu und machen auch die Rollerfahrten zu Abenteuern. Wir wollen das Rollerfahren auch auf keinen Fall missen, denn diese Flexibilität ist unbeschreiblich. Deswegen leihen wir uns sofort einen Roller aus wenn wir an einem neuen Ort sind, wo es Sinn macht. In Großstädten natürlich nicht...
Das thailändische Essen ist auf der ganzen Welt bekannt. Überall kann man die thailändische Küche probieren. Auch in Deutschland. Uns war die kulinarische Welt Thailands unbekannt. Umso spannender war es, sich einfach überraschen zu lassen. Für mich zumindest. Anna-Lena hatte aufgrund ihrer Allergien mal wieder Schwierigkeiten. Erdnüsse und Karotten. Nahezu in jedem Gericht zu finden. Da nicht alle Thais der englischen Sprache mächtig sind, ist es nicht immer einfach. No peanuts. No Carrots. Eigentlich ganz simpel.
Aber nun zurück zum Essen. Und das thailändische ist eine Wucht. Haleluja. Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll. Zuerst sei gesagt, die Thais kochen alle mit einer gewissen Würze. Okay das ist falsch. Die Thais kochen alle scharf. Sauscharf. Ich esse eigentlich gerne Gerichte, die etwas scharf sind. Deshalb bestellte ich die ersten Gerichte noch ohne etwas zu sagen. Ich habe gelernt. Ich habe mir so dermaßen, auf gut deutsch gesagt, die Fresse verbrannt. Alter Schwede. Teilweise konnte ich mein Essen nicht essen, ich hätte mich übergeben. Es war zu scharf. Nach mehreren Lehrstunden war ich endlich so schlau um den Verkäufern zu sagen: No spicy.
Wieder falsch. Trotzdem höllisch scharf. Warum? Hab denen doch extra gesagt die sollen das nicht scharf machen. Wieder was gelernt. Wenn man in Thailand Essen bestellt und man sagt „No spicy“, hauen die statt der üblichen zehn, „nur“ neun Chilischoten in die Pfanne. Na super. Und nun? Ein thailändischer Koch erklärte uns das wir „No Chili“ sagen müssen. Aha. Wieder was gelernt. Lange Rede kurzer Sinn - die Thailänder essen gerne extrem scharf. Wir nicht. Lösung gefunden.
Es gibt eine riesige Vielfalt an Gerichten. Fisch, Seafood, Chicken, Pork, Beef und was weiß Gott noch alles. Wir haben uns von Tag zu Tag immer mehr getraut und am Ende jeden Tag, morgens, mittags und abends Thai gegessen.
Eine kleine Auswahl an Gerichten:
Pad Thai - das wohl bekannteste Nudelgericht in Thailand. Gefühlt jeder Thai kann das kochen.
Fried Noodles mit Chicken, Sprossen, Sojasauce, Ei und Tofu. Klingt einfach. Ist es auch. Aber saulecker. Das beste Pad Thai in ganz Thailand haben wir komischerweise in der Khao San Road in Bangkok gegessen. Warum komisch? Weil es eigentlich eines der schlechteren sein soll. Bei uns war es umgekehrt.
Pad Kra Pao
Ähnlich wie bei Pad Thai, findet man dieses Gericht auf fast jeder Speisekarte in Thailand. Es handelt sich hierbei um gehacktes gebratenes Schweinefleisch mit Basilikum.
„Fried Basil Leaves with Pork“. So steht es häufig in den Menükarten. Es werden zuerst Chili und Knoblauch angebraten. Danach kommen das Fleisch und lange grüne Bohnen hinein. Verfeinert wird das Gericht abschließend mit Sojasauce, Zucker und Basilikum. Dazu gibt es Reis. Sehr lecker und Anna-Lenas Lieblingsgericht.
Massaman Curry - Ein gelbes Curry mit Hühnchen, Erdnüssen, Kokosmilch, Kartoffeln und Bohnen. Für Anna-Lena war dieses super leckerer aber teils scharfe Curry aufgrund der Erdnüsse nichts. Ich fand es klasse.
Mango Sticky Rice
Dieses Gericht kann zu allen Tageszeiten gegessen werden. Wir haben es allerdings eher abends als Dessert gegessen.
Ein klebrig süßlicher Reis mit einer uns unbekannten, aber süßen Sauce. Dazu eine geschnittene Mango. Ein Gedicht.
Fruchtshakes
Wie in Kambodscha auch schon gibt es in Thailand an jeder Ecke frische Fruitshakes in verschiedensten Sorten, für unter einen Euro. Die sind gesund, lecker und machen satt. Bei 30 Grad im Schatten gar nicht so verkehrt.
Bier
Das hochgelobte Singha Bier hat mir mal so überhaupt nicht gefallen. Schmeckt wie Oettinger. Geht gar nicht. Das Chang hat’s mir angetan. Dazu noch n paar Cent billiger. Die Dosen waren auch viel schöner.
Natürlich beinhaltet die thailändische Küche noch viel mehr, als diese handvoll Gerichte. Aber das waren unsere persönlichen Highlights. Es gibt quasi an jeder Ecke etwas zu essen.
Ob an Straßenständen, in kleinen Garküchen, in riesigen Foodcurts oder in normalen Restaurants. Verhungern ist unmöglich.
Die Menschen in Thailand waren auch hier, wie wir bereits in Asien gemerkt haben, sehr sehr freundlich und hilfsbereit. Es war immer wieder eine Freude näheren Kontakt zu Einheimischen aufzunehmen und über deren Lebensgeschichte etwas zu erfahren. Gerade mit den Taxifahrern lässt sich leicht ein intimes Gespräch aufbauen. ” where are you from?” - ” how long you‘ll stay here”. Genau das sind die Anfänge eines jeden Gespräches. Für uns war es so, als würde jeder jeden kennen. Nicht wie in Deutschland, wo jeder seinen eigenen Weg gehen will und am liebsten keinen Kontakt zur Außenwelt haben will - nein. Hier herrschte ein friedliches Zusammenleben, wie wir es vorher noch nie zu Gesicht bekommen haben. Man begegnete kaum einen schlecht gelaunten Thai, der einem unfreundlich erschien. Man wusste quasi, dass jeder Tag besonders werden würde, da die Menschen dort vor Ort eine wahnsinns Laune und Atmosphäre ausstrahlen.
Paul und ich waren immer wieder verblüfft darüber, was so ein paar Stunden Flugzeit ausmachen können. Man sitzt am anderen Ende der Welt und lernt eine komplett neue Dimension der Menschen und deren Lebensabläufe kennen. Wir in Deutschland sind nie zufrieden, mit dem was wir bereits besitzen - wir wollen immer mehr.
In Asien ist jeder einzelne von ihnen stolz auf sein Eigentum und bringt das auch den Menschen so rüber. Ein Roller, ein Huhn oder eine Kuh und ein Bett - und die Thais sind super glücklich. Hallo? - verkehrte Welt? Wir haben gelernt mit wenig viel zu erreichen und mit dem was man hat zufrieden zu sein. Wir können uns immer wieder glücklich darüber schätzen, ein Dach in einem, für uns, komplett fremden Land über dem Kopf zu haben und eine Gastfreundschaft verspüren zu können, die es in Deutschland leider niemals geben wird.
Thailands wunderbare und vielfältige Natur ist der Grund für die zahlreichen Touristenströme aus allen möglichen Ländern. Völlig zurecht. Der Norden besticht durch den dichten Dschungel, imposante Wasserfälle und anmutig wirkende Berge. Es ist traumhaft schön mit dem Roller durch die Gegend zu fahren und die saubere Luft des Waldes aufzusaugen. Auch in der Tierwelt im Norden ist einiges los. Allen voran natürlich die Elefanten, die wir hautnah erleben durften. Aber auch zahlreiche Affenarten haben hier ihr zuhause. Ebenso wie Tiger, Jaguare und unzählige Vogelarten. Die Flora und Fauna Thailands ist schon echt beeindruckend und hoffentlich wird sie für immer so bestehen bleiben.
Im Süden Thailands stehen Strände, Palmen, Sonne und glasklares Meer im Vordergrund. Hierher verschlägt es auch die meisten Touristen. Die Inseln im Golf von Thailand haben aber auch diesen Bilderbuch Charakter. Traumhafte Sonnenuntergänge runden dies perfekt ab. Auch unter der Wasseroberfläche hat Thailand einiges zu bieten. Das Land gilt nicht ohne Grund als Taucherparadies. Wir haben uns mit dem Schnorcheln zufrieden gegeben und wurden hierbei nicht enttäuscht. Farbige Korallenriffe, große bunte Fischschwärme und kristallklares Wasser machen einen Schnorcheltrip zu einem unvergesslichen Erlebnis. Leider sterben immer mehr Riffe aufgrund der vielen Besucher Thailands. Deswegen finden wir es sehr gut, dass die betroffenen Gebiete ( z.b. Ko Tao ) ihre Schnorchelspots für einige Zeit schließen, um den Riffen Zeit zu geben sich wieder zu erholen. Allgemein ist uns aufgefallen, das Thailand sehr bemüht ist, sein Land so schön aufrecht zu erhalten wie es ist. Das Land des Lächelns hat uns grade wegen ihrer unvergleichbar schönen Landschaft begeistert und läd immer wieder zum herkommen ein.
In Thailand war der Transportweg von A nach B nicht ganz so einfach wie in Kambodscha - deutlich längere Fahrtzeiten. Schon alleine die Fahrt nach Bangkok hat über 14 Stunden gedauert und war somit eines der längsten Busfahrten, die wir bisher hatten. In Thailand war man zudem noch mehr auf einen Roller angewiesen, als in Kambodscha, da die öffentlichen Verkehrsmittel eher begrenzt sind. Unserer Meinung nach, war es auch einfach deutlich stressfreier in Kambodscha an ein Ticket für die Weiterreise zu kommen, da alles schnell und oftmals zu Fuß zu erreichen war.
Was uns häufig durch Thailand begleitet hat, waren die unterschiedlichsten Boote oder Fähren, da wir zumal Touren gebucht haben, wo man auf ein typisches Longtailboot angewiesen war und zum anderen, weil wir auch viele Inseln Thailands besucht haben. Eine Nachtfähre haben wir somit auch das aller erste mal in unserem Leben ausprobiert und waren wirklich angenehm überrascht. Man spart nicht nur Zeit, weil man über Nacht fährt, sondern auch noch eine Unterkunft und somit deutlich mehr Geld. Also eine gute Alternative.
Dazu gibt es in der Regel eigentlich nicht viel zu sagen. Ich denke in ganz Asien ist es relativ ähnlich, was die Sauberkeit und den typischen Standart vor Ort angeht. Große Erwartungen durfte man auch hier nicht haben, wobei wir ziemlich oft überrascht wurden mit unseren Unterkünften. Wir schauen uns vorher immer über Booking.com oder Hostelworld mögliche Unterkünfte und vor allem deren Bewertungen an. Denn, wie ich schon mal erwähnt hatte, müssen auch bei geringeren Preisen keine Kakerlaken oder ähnliches im Zimmerchen rumkrabbeln. Uns geht es wirklich in erster Linie um die einigermaßen vorhandene Sauberkeit. Alles andere ist eher Nebensache, schließlich verbringt man dort nur die Nacht. Allerdings sollte man sich dann auch in der kurzen Zeit ein wenig wohl fühlen können. Aber das muss jeder für sich entscheiden, wo er die Schwerpunkte legt oder was für wen eine wichtige Rolle spielt. Was uns ansonsten in Thailand anders erschien, als zum Beispiel in Kambodscha war der Müll. Deutlich weniger Müllberge auf den Straßen und somit einfach sauberer in der Stadt oder auch am Strand. Es macht sich schon bemerkbar, ob etwas für die Umwelt getan wird oder es eher in den Hintergrund fällt. Aber alles in Einem war es von der Hygiene her in Thailand wirklich annehmbar und auszuhalten.
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