Für uns war Bangkok zwar nicht der Start, aber auch wir wollten uns die polarisierende Hauptstadt Thailands nicht entgehen lassen. Nach einer wirklich anstrengenden und nervenaufreibenden Fahrt von Kambodscha nach Bangkok, freuten wir uns umso mehr nach 17 Stunden Busfahrt, inklusive Grenzübergang, endlich angekommen zu sein. Völlig erschöpft schleppten wir uns zu unserer Unterkunft, nähe der berühmten Khao San Road und schliefen uns erstmal aus. Unsere Unterkunft war mitten im Zentrum der Backpacker Hochburg. Die Khao San Road und die angrenzende Rambrutti Road.
Trotz der Lautstärke in den belebten Partymeilen war unsere Unterkunft sehr ruhig und man konnte dem Stress in der Stadt wenigstens in der Nacht entfliehen. Das ist nicht immer möglich, denn, wie in vielen Hauptstädten auf dieser Welt gilt auch in Thailands Hauptstadt: Bangkok schläft nie! Ausgeschlafen und voller Erwartung an die Stadt gingen wir in den nächsten Morgen. Sightseeing war angesagt.
Wir fuhren auf dem Chao Praya, ein großer Fluss der durch Bangkok fließt, rauf und runter und verschafften uns erstmal einen Überblick über diese wirklich gigantische Stadt.
Bangkok ist so riesig, dass man gut und gerne zwei Wochen dort verbringen kann ohne sich zu langweilen. Wir verbrachten vier volle Tage dort und das hat auf jeden Fall gereicht. Diese Tage nutzten wir aber auch intensiv und schauten uns Tempel, Parks, verschiedene Stadtviertel, einheimische Märkte und imposante Gebäude an.
Liegender Buddha - Wat Pho
Bangkok hat gefühlt 7000 Tempel. Da Anna-Lena ein kleiner Tempelmuffel ist, mussten wir eine Auswahl treffen. Der aus unserer Sicht imposanteste war der Wat Pho.
Es ist ein wirklich großes Gelände mit mehreren prachtvollen goldenen Gebäuden.
Aber die Hauptattraktion der Tempelanlage ist ohne Zweifel der 46 Meter lange und 15 Meter hohe liegende Buddha.
Achja, Gold ist der auch noch. Wirklich atemberaubend und schön anzusehen.
Wir verbrachten einige Zeit im Wat Pho, da bei unserem Aufenthalt eine Art Fest auf dem Gelände stattfand und dementsprechend ganz schön was los war. Außerdem waren wir in den Abendstunden dort und die untergehende Sonne glitzerte in den vergoldeten Details der Gebäude. Ein gelungener Tempelaufenthalt.
Bootstour durch die alten Klongs
Eigentlich wollten wir uns einen der berühmten schwimmenden Märkte anschauen, doch dieser entpuppte sich als echter Reinfall. Da sich die weite Anfahrt lohnen sollte, entschlossen wir uns
kurzerhand eine Klongtour zu machen. Wie ihr wahrscheinlich auch, wussten wir nicht was das ist und stiegen ohne große Vorahnung in ein kleines Boot, das so aussah als würde es grade aus Venedig
geflohen sein.
Gar nicht so abwegig, denn einer von Bangkoks vielen Spitznamen lautet: Venedig Asiens! Viele Jahrhunderte lang war Bangkok von tausenden kleinen Kanälen geprägt. Sogenannten Klongs. Sie dienten als Transportweg, Markt und letztlich als Fäkalienentsorgung. Heute gibt es nicht annähernd so viele Klongs wie früher, da sie für den Bau von Gebäuden, U-Bahnen und Straßen nach und nach zugeschüttet wurden. Die restlichen werden als Touristenattraktion genutzt und sind wirklich sehenswert.
Wir fuhren durch die kleinen Wassergassen und links und rechts am Ufer leben die Menschen wie vor mehreren hundert Jahren. Es war echt schön und man verspürte ein kleinen Hauch vom „echten“ Bangkok.
Golden Mount
Ein weiteres Highlight unseres Bangkokaufenthaltes war die Besteigung eines künstlich angelegten Hügels inmitten des Zentrums.
Nach mehreren Stufen durch einen ebenfalls künstlich angelegten „Dschungels“ und Wasserfällen erreichten wir die Aussicht.
Ja genau. DIE Aussicht. Oben auf dem Plateu steht eine goldene Chedi.
Chedi ist ein asiatischer Begriff für einen Teil einer Tempelanlage.
Die Treppe führte einmal um die Chedi herum und bot uns somit eine 360 Grad Aussicht auf Bangkok. Grade die Skyline beeindruckte immens. Da wir auch hier in den Abendstunden waren konnten wir den Sonnenuntergang bei einer atemberaubenden Aussicht genießen.
Khao San Road
Da wir in der Nähe der berühmten Straße wohnten waren wir häufiger dort als geplant. Abends verwandelt sich die Khao San Road in eine einzige Partymeile und ist gefüllt mit Backpackern. Der perfekte Ort um neue Bekanntschaften zu machen. Wir haben fast jeden Abend unseren Tag dort ausklingen lassen und uns in eine der unzähligen Bars mit Livemusik gesetzt und einfach das Treiben beobachtet.
Außerdem haben wir hier unser erstes Pad Thai gegessen, ein sehr bekanntes thailändisches Nudelgericht. Das bekam man hier für wenig Geld am Straßenrand und war wirklich köstlich.
Wenn man richtig Party machen will kann man das in der Khao San Road ganz bestimmt wunderbar ausführen. Jedoch waren wir immer so kaputt, dass wir nach unserem Bier ins Bett gefallen sind.
Lumphini - Park
Dieser Park ist eine Oase der Ruhe. Nicht nur für uns, sondern auch für viele Einheimische, die der lauten Metropole für ein paar Stunden entfliehen wollen. Ein großer See umgeben von Palmen und vielen Grünflächen zum chillen. Wir genossen es unheimlich durch diesen Park zu schlendern und waren erstaunt, dass wir nichts von der lauten und stressigen Stadt mitbekamen. Es war so ruhig.
Doch plötzlich herrschte Aufregung. Allerdings nur bei den anderen Touristen. Die Einheimischen sind die riesigen Warane, die frei durch den Park latschen wohl gewohnt. Für uns aber eine Attraktion. Ein Waran schwamm grade am Ufer des Sees entlang während wir auf einer Bank entspannten. Auf einmal sprang Anna-Lena auf und rief: „ Da schwimmt ein Krokodil“.
Tatsächlich sah das Tier aus wie ein Krokodil, entpuppte sich aber als eine riesige Eidechse. Einem Waran.
Wir beobachten diese Tiere eine Weile und sonnten uns in der thailändischen Hauptstadtsonne.
Chatuchak - Market
Märkte gehören zu Asien dazu, wie ein Ball zum Fußball. Auch in Bangkok wollten wir einen Markt besuchen und begaben uns zum Weekendmarket. Er soll der größte Thailands sein mit über 10.000 Ständen. Das haben wir gemerkt. Aber es war toll. Überall gab es unterschiedliche Dinge. Kleidung, Haushaltsgegenstände, Möbel, Deko. Einfach alles.
Und natürlich ganz viel Essen.
Wir bummelten durch die wirklich überfüllten Gassen, aber es herrschte trotzdem eine gemütliche Atmosphäre und entpuppte sich als einen gelungener Ausflug.
Lebua Skybar
Jeder kennt mit Sicherheit die Filmreihe „Hangover“. Im zweiten Teil gibt es einige Szenen, die in einer Skybar mit unglaublicher Aussicht gedreht wurden. Durch die Filme wurde diese Bar so richtig berühmt und gilt als die schönste Skybar Bangkoks. Wir wollten uns diese unbedingt angucken und beschlossen dies nach Einbruch der Dunkelheit zu tun.
Wir hatten im Vorfeld gelesen, dass die Bar ein wenig edler sein soll als andere. Aber so?? Da wir den ganzen Tag in Bangkok verbrachten hatte ich natürlich ganz normale Klamotten an. Shirt und kurze Hose. Die kurze Hose. Ein No-Go in der Lebua Skybar. Woher bekomme ich abends um halb 10 jetzt eine lange Hose her? Wir hatten uns schon mit dem Gedanken abgefunden, dass es leider nix wird mit einer tollen Aussicht. Doch die Thais sind nicht blöd. Unmittelbar vor dem Eingang des Gebäudes gab es einen Stand, wo man sich Hosen leihen konnte, um doch noch hochfahren zu können. Wie bekloppt. So richtig bescheuert eigentlich. Aber was tut man nicht alles um eine perfekte Aussicht zu haben. Also krabbelte ich hinter den Vorhang und tauschte meine Hose am Straßenrand. Mitten in Bangkok. Ich sag’s gerne nochmal. Sowas beklopptes hab auch ich noch nicht gemacht. Aber der Preis war okay. Und es sollte sich lohnen.
Nach einer paarminütigen Fahrt mit dem Aufzug waren wir oben angelangt und die Aussicht war nicht zu beschreiben. Keine Worte dieser Welt können das beschreiben und selbst auf Bildern wird nicht deutlich, wie unglaublich das war.
Diese Aussicht trübten auch die extrem hohen Getränkepreise nicht. Ich möchte keine Zahlen nennen, aber für den Preis von Anna-Lena‘s Orangensaft kriegt man anderswo ne ganze Orangenplantage. Aber gut. Es hat sich definitiv gelohnt. Wir verbrachten einige Zeit dort und genossen die fantastische Sicht auf die Stadt bei Nacht.
Wir haben in den Tagen viel von Bangkok gesehen, aber die oben aufgeführten Sehenswürdigkeiten waren unsere absoluten Highlights. Bangkok ist so vielfältig und teilweise sind wir einfach nur die Straßen entlang gelaufen, da man auch außerhalb der Sehenswürdigkeiten so viel sehen kann und ganz viele Eindrücke von den Straßen Bangkoks bekommt. Unzählige Straßenstände und Garküchen, die die unterschiedlichsten Köstlichkeiten anbieten.
Um von A nach B zu kommen nutzten wir viel die berühmten Expressboote, wo ein Ticket wenige Cent kostete und man somit eine günstige Bootstour entlang des Flusses hatte. Da viele Sehenswürdigkeiten am Ufer des Chao Praya zu finden sind, war dies der beste Weg für uns.
Allgemein ist es recht nervig um in Bangkok vorwärts zu kommen. Es gibt nur zwei Skytrainlinien und die decken längst nicht die sehenswerten Gegenden ab.
Und immer Taxi oder Tuk Tuk zu fahren wird auf Dauer teuer, also sind wir viel gelaufen.
Bangkok ist unglaublich. Eine riesige Weltmetropole. Ich war schon in Großstädten, die mir deutlich weniger gefallen haben und wo es lauter und stressiger war. Trotzdem haben uns die vier Tage gereicht und waren froh als wir Bangkok verlassen haben. Dennoch hatten wir eine tolle Zeit in Bangkok und haben echt viel entdeckt. Zudem war es unsere erste Station in Thailand und wir konnten uns schon mal ein bisschen in das Land einleben. Und wo geht das besser als in der Hauptstadt?
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