Koh Tao - das Schnorchelparadis

Weißer Sandstrand und kristallklares Wasser - perfekt zum Schnorcheln. Genau diese Erwartungen hatten wir an Koh Tao und wurden von Tag zu Tag mehr überrascht, was die kleine Insel zu bieten hat.

Ein Roller zur Unterstützung durfte natürlich nicht fehlen, schließlich waren die unterschiedlichen Strände zu Fuß eher nicht so schnell zu erreichen. 

Am Tag unserer Ankunft erkundeten wir vorerst unser Hostel sowie den Strand, der vom Ortsinneren innerhalb weniger Minuten zu Fuß zu erreichen war. Es passierte nicht mehr sonderlich viel an dem Tag, denn wir waren erst gegen Nachmittag dort eingetroffen. Was am Abend nicht fehlen durfte, war der Sonnenuntergang. 

Diesen genossen wir in einer Bar direkt am Strand, mit Sitzsäcken und unseren Bierchen in den Händen. 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach preiswerten und leckerem Essen. Schließlich war das in der Gegend wo wir gewohnt haben gar nicht mal so einfach. Rechts und links von unserem Hostel war ein teures Restaurant nach dem anderen. Mit dem Roller hatten wir jedoch die Möglichkeit etwas außerhalb zu schauen und fanden eine Art überdachte Garküche, die unseren Morgen perfekt machte.

Spätestens jetzt wissen wir, was mit dem Satz ”Liebe geht durch den Magen” gemeint ist. Ein Gericht, bei dem man bei jedem Bissen gehofft hat, dass es nicht weniger wird und dazu noch der Reis, der von der zuckersüßen Inhaberin in Herzform angerichtet wurde. Wir waren erstaunt wie man für so wenig Geld ein so liebevoll angefertigtes Essen erhalten konnte. Einfach nur ein schöner Start in den Tag, der unsere Kraft und Laune um einiges höher schlugen ließ. 


Unser Ziel? - der perfekte Strand zum entspannen. Gar nicht so einfach. Denn die Wege auf Koh Tao sind so ausgebaut, dass man von der Hauptstraße aus alles super erreichen kann. Sowohl zu Fuß, als auch mit dem Roller oder Auto. Alles was von der Hauptstraße abweicht war ein Abenteuer, wie wir bemerken durften. Über steile Straßen, auf denen man dachte man rutscht jeden Moment mit dem Hintern vom Roller bis hin zu rissigen Sandwegen, in denen selbst der Roller die nötige Kraft nicht mehr aufbringen konnte. Also sagten wir uns - auf gut Glück. Es war tatsächlich so, dass die schöneren Ecken der Insel sich ein wenig versteckten und uns in der Nähe der Hauptstraße nichts als Strände voller Menschen oder gar Strandabschnitte, die gar kein richtigen Strand hatten, erwarteten.

Auch wenn dies ein nettes Plätzchen gewesen wäre, war es doch ziemlich nervig sich nicht einmal hinlegen zu können und die ganze Zeit von den Rollern und Autos im Hintergrund gestört zu werden. Schade - weiter ging’s. Somit stand für uns fest, die Hauptstraße muss verlassen werden. Leichter gesagt als getan. Auch wenn ich Paul ziemlich vertraue mittlerweile, was Rollerfahren angeht, hatte ich doch ein etwas mulmiges Gefühl hinten drauf. Schließlich kämpfte er sich durch die Wege Koh Taos, ohne zu wissen wie es ausgeht. Aber es hatte sich gelohnt! Was uns erwartete? - ein Traum. 

Eine kleine Bucht mit kristallklarem Wasser und riesigen Felsen drumherum, sowie weißer Sandstrand. Nichts wirklich besonderes denkt man sich jetzt vielleicht, aber wir hatten die komplette Bucht für uns ganz allein! 

Keine Menschenseele, keine Geräusche - einfach nichts. Pure Ruhe und perfekt zum entspannen. 

Paul nutze natürlich direkt die Zeit aus und begab sich auf einen Schnorcheltrip zwischen den Felsen entlang, während ich einfach nur die friedliche Atmosphäre genoss und mich in der Mittagshitze brutzeln ließ. Einfach nur ein Traum. Wie gut das wir die Zeit ausnutzten, schließlich waren wir dann leider doch nicht die einzigen, die den verborgenen Strandabschnitt entdeckten. Zeit zu gehen. 

Ohne Plan fuhren wir wir weiter durchs grüne, in der Hoffnung einen neuen Platz zum niederlassen zu finden. Und der war nicht weit entfernt. Ein netter Strand mit Bars und Restaurants im Hintergrund und leiser Musik. Eigentlich nichts besonderes und auch nicht Grund genug dort zu bleiben - wären da nicht die Fische. Schon vorne direkt am Anfang des Meeres bildeten sich riesige Fischschwärme, in denen man durchlaufen musste, um überhaupt erstmal rein kommen zu können. Das war aber nicht alles. 

Nicht weit entfernt, sah man einen gigantischen Felsen in Mitten des Wassers, welches für Schnorchler ein Paradis bildete. Unglaublich viele verschiedene und außergewöhnliche Fischarten waren dort zu sehen, sowie ein unfassbar großer Regenbogenfisch, mit dem man einige Minuten lang tauchen konnte. Herrlich. Aber für uns noch nicht das Perfekt genug. Für den Tag war es aber erstmal genug und wir machten uns so langsam auf den Rückweg, um den nächsten Tag zu planen. Wir hatten großes vor. 

Ein Aussichtspunkt, von dem wir vorher nur Träumen konnten. Ohne irgendwelche Vorstellungen, was für ein gigantischer Ausblick uns dort erwarten würde, machten wir uns mit unserem Roller auf den Weg. John - Suwan Mountain Viewpoint. So hieß unser heutiges Ziel. Nach einer kurzen Wanderung über Stock und Stein den Berg entlang und umgerechnet 2,60€ Eintritt für uns beide zusammen, waren wir angekommen.

Unseren ersten Worte? - nichts. Einfach nur sprachlos und überwältigt von dem wahnsinnigen Ausblick ließen wir uns auf den Felsen nieder und genoßen das Gefühl von Freiheit in vollen Zügen. Wir beide haben sowas noch nie in unserem Leben zu Gesicht bekommen und waren unbeschreiblich glücklich, dass wir den Weg gegangen sind. Minute für Minute wurde es voller und wir standen plötzlich mit 6 anderen Leuten oben auf gefühlt 3 Felsen. Natürlich alles deutsche - was auch sonst. Jeder machte von den anderen Bilder, so dass man am Ende des Tages noch eine Erinnerung mitnehmen konnte. Da es uns irgendwann zu wuselig wurde, gingen wir wieder abwärts und kletterten den ganzen Berg wieder herunter. Was ein gelungener Trip! Danach sollte der Tag aber noch nicht zuende sein. 

Was darauf folgte, war ein angenehmer Strandaufenthalt am Freedombeach. Dementsprechend war dort eine unglaublich entspannte Atmosphäre mit guter Musik im Hintergrund. 

Dort genossen wir den Sonnenuntergang erneut mit einem Bierchen in der Hand und warteten nur darauf wieder von Mücken zerstochen zu werden. Den Strand haben wir per Zufall entdeckt, denn er verbirgt sich hinter einer Abzweigung in Richtung des Viewpoints. Einfach unglaublich nett dort zu sitzen und ein gelungener Abstecher, den Abend in Ruhe ausklingen zu lassen.


Auf Koh Tao war zu der Zeit einiges los, auch an Festen oder traditionellen Bräuchen der Einheimischen. So fand an einem Abend ein sogenanntes Wasserfest statt. Wozu das Ganze? Die Einheimischen in Thailand feiern das Wasser - es ist heilig für sie. Darum findet jedes Jahr eine Art Fest statt, wo man selbstgebastelten Blumenboote mit einer Kerze und Räucherstäbchen ins offene Meer lässt. Auch wir wollten an diesem Fest teil haben und fanden es spannend mit anzusehen, wie verschieden die Leute die Boote haben gehen lassen. Einige setzen sich davor noch in den Sand und beten erstmal 2 Minuten, andere lassen es direkt ins Meer. Einige sind total anlässlich gekleidet, andere wiederum eher weniger. Also total unterschiedlich anscheinend bei den Einheimischen selbst.

Das Ganze fand am Hauptstrand Haad Ao Mae statt, der direkt am Pier lag. Am Pier selber war eine riesige Bühne aufgebaut, wo Auftritte, Reden und andere Vorführungen gezeigt wurden, während die Einheimischen auf Plastikstühlen davor ihr Abendessen genossen. Es war wie ein kleiner Nachtmarkt aufgebaut. Überall waren verschiedene Stände mit Essensmöglichkeiten und Trinken. Einfach eine total entspannte Atmosphäre. Lange hielten wir uns aber nicht mehr auf, denn es wurde immer voller und irgendwann unübersichtlich - einfach stressig. Wir waren froh darüber, zu dem Zeitpunkt da gewesen zu sein, um ein solches Fest mitnehmen zu können. 


Koh Tao ist für die unterschiedlichsten Schnorchelspots bekannt. Der wohl häufigste Name, der fällt, ist die Sharkbay. Voller Vorfreude auf Riffhaie machten wir uns erneut mit unserem Roller auf den Weg. Der Weg dort hin? - mal wieder katastrophal. Aber was macht man nicht alles für ein hoffentlich tolles Erlebnis. Ja leider verschwand die Hoffnung mal für mal. Als wir dachten wir wären angekommen, hieß es erstmal Hose aus - Bikini an. Denn einen richtigen Weg gab es nicht. 

Wir mussten von einem Restaurant aus durchs Wasser laufen, soweit das möglich war, bis hin zum Strand. Der einzige normale Weg ging durch ein riesiges Resort, welches natürlich keinen Zutritt für unbefugte bot. Pech gehabt. Aber davon ließen wir uns nicht aufhalten, schließlich warteten ja Haie auf uns. Nix da. Nicht mal seine eigene Hand konnte man Unterwasser deutlich erkennen. Wie also sollten wir so Fische oder Riffhaie sehen? Wir waren total enttäuscht. Von der angepriesenen Sharkbay hatten wir uns mehr als nur trübes Wasser versprochen. Schließlich sah das Wasser vom Viewpoint, ein Tag zuvor, total klar und deutlich aus. Dann wohl keine Haie für Paul und Anna-Lena. 

Trotzdem genossen wir die dort ruhige Atmosphäre und brutzelten uns in der Sonne. Was ich nicht bedacht hatte - der Weg zurück. Glücklich darüber, dass ich komplett getrocknet war und meine Klamotten somit über meinen Bikini drüber ziehen konnte, lief ich mit einer Selbstverständlichkeit am Strand entlang Richtung Ausgang. Welcher Ausgang? Ja, genau die Frage kam mir dann auch auf, als ich das Restaurant vom weitem sah. Also erneut, alles wieder ausziehen, Rucksack auf den Kopf und ab durchs Wasser. Man muss schon sagen, wirklich willkommen fühlt man sich dort nicht, wenn es nicht mal einen normalen Weg für einfache Besucher gibt. 

Nächster Plan - Schnorchelparadis. Ao Hin Wong - der Strand an sich war eher nicht so spektakulär. Die Unterwasserwelt hingegen war überwältigend. Ohne groß zu überlegen stürzten wir uns ins Wasser, ohne wirkliche Vorahnung was für ein Spaß uns dort erwartete. Man konnte tief zwischen den Felsen und Brücken hindurch tauchen und sich einfach so unglaublich frei fühlen. Wir verbrachten Stunden damit uns gegenseitig Korallen oder außergewöhnliche Fischarten zu zeigen, sich durchs Wasser zu schlängeln und sich einfach durchs Meer treiben zu lassen. Relativ mittig im Wasser befand sich wieder ein riesiger Felsen, der einige Höhlen und kleine Wege Unterwasser zu bieten hatte. Es war einfach ein Paradis. Ich glaube so viel Spaß beim schnorcheln hatten Paul und ich lange nicht mehr. Wir verbrachten wirklich so lange unterwasser, bis man selbst das Gefühl bekam bald Schwimmhäute zwischen den Fingern zu bekommen. 

Auch wenn der Strand nicht unbedingt sehenswert ist, bietet die Unterwasserwelt dort um einiges mehr. Einfach nur überwältigend.


Das eigentliche Highlight unseres Koh Tao Aufenthalts wartete allerdings noch auf uns - die Nangyuan Island. Das Bild vor Augen hat sicherlich jeder wenn man den Namen nur hört. In Wirklichkeit war dieses Spektakel aber einfach nochmal um längen atemberaubender als auf Bildern. 

Dieser Moment kam einem so unreal vor, dass man hätte denken können, man starrt auf ein Kunstwerk. Das Wasser schimmerte in den unterschiedlichsten Blautönen und die Anlage an sich versprach einen unfassbar schönen Aufenthalt. Paul und ich haben die Tour leider erst an unserem letzten Tag gemacht, an dem es von Morgens bis Nachmittags nur durchgeregnet hatte und wir somit erst gegen 15/16 Uhr die Tour dort hin gestartet haben. Da die Insel aber schon um 18 Uhr schließt, hatten wir dementsprechend nicht wirklich lange Zeit uns dort auszubreiten. 

Vorteil? - es war kaum was los. Wir waren trotzdem froh es gemacht zu haben und einfach diesen Ausblick immer in Erinnerung mit sich tragen zu können.

Pünktlich um 18 Uhr dann rief schon unser Bootsfahrer nach uns und wartete nur darauf wieder abzufahren. Mit einem typischen Longboat hieß es dann zurück über die ungewöhnlich hohen Wellen nach Koh Tao. 

Nachdem wir zurück waren konnten wir noch, perfekt zum Abschluss unseres Aufenthalts vor Ort, einen wunderschönen Sonnenuntergang mit ansehen, bevor es dann für uns hieß - goodbye Koh Tao. 

Wir entschieden uns mit einem Nachtboot zu fahren und wurden dann um 20 Uhr vom Hostel abgeholt und legten schließlich um 21:30 Uhr mit der Fähre ab. Es erwartete uns eine Art Dorm mit mehr als 20 Betten in einem Raum und eine unglaublich laute und wackelige Schiffsfahrt bis 5:00 Uhr morgens. Dann hieß es aufstehen, aussteigen und Abfahrt -> Krabi. 



Fazit - Koh Tao

Koh Tao versprach wirklich einiges von dem was wir vorher erwartet hatten und brachte uns immer wieder zum staunen. Die Viewpoints waren mit das größte Highlight dort. In Worte kann man das gar nicht zusammenfassen geschweige denn überhaupt beschreiben, da dieser Moment einfach so unreal erschien. Hier gilt wirklich - Bilder sagen mehr als tausend Worte. Wir sind froh Koh Tao auf unserer Thailandreise besucht zu haben und waren überrascht, was für schöne Ecken Thailand an sich zu bieten hat. Die Insel ist wirklich sehenswert und es lohnt sich auf jeden Fall einen Abstecher dort hin zu machen, wenn man sich in Thailand befindet. Für uns steht fest - Koh Tao du warst atemberaubend.