Wow - genau das waren meine ersten Worte. In Mitten von den unzähligen Hochhäusern und einer unglaublich sauberen Stadt fühlte ich mich pudelwohl.
Unsere Unterkunft hatte zudem eine perfekte Lage, nämlich in Chinatown, wovon man vieles gut und schnell zu Fuß erreichen konnte. Obwohl ich eigentlich total übermüdet dort ankam, war ich doch sofort wieder voller Energie und konnte das funkeln in meinen Augen förmlich spüren.
Da es langsam Richtung Sonnenuntergang zu ging, entschieden wir uns zur Marina Sands Bay zu laufen, um dort die Skyline in ihrer vollen Pracht ansehen zu können.
Zu allem Überfluss, war direkt am Wasser ein riesiger Markt aufgebaut, in der Art eines Kramermarktes, nur tausendmal geiler, denn im Hintergrund ragte die riesige Skyline hervor. Aber Singapur hörte nicht auf, mich aus dem Staunen heraus zu bringen.
Palmen, Skyline, geile Atmosphäre - was will man bitte mehr? Alles war am funkeln und am leuchten, man wusste gar nicht so recht wo man zu erst hinschauen sollte.
Hinzu kam noch die keine Ahnung wie viel stöckige Mall, in der alles mögliche an feinen Restaurants und Läden zu finden war - eben nichts für Paul und mich. Also schnell wieder raus da. Wir entschieden uns, einmal komplett um die Bucht herum zu gehen, denn dort wartete eine Sehenswürdigkeit nach der anderen auf uns.
Helix Bridge - als würde man durch eine blinkende und leuchtende Spirale hindurch spazieren.
Links befanden sich zudem auch noch Aussichtspunkte, an denen man erneut einen super Blick auf die Skyline und die Bay an sich hatte. Ist das wirklich real?
Merlion Park - ein riesengroßer Löwe, umgeben von einer atemberaubenden Aussicht nach der anderen. Wir hatten Glück und waren anscheinend zu einem guten Zeitpunkt beziehungsweise einer guten Uhrzeit vor Ort, denn es fand eine Art Lichterfest Stadt. Gebäude bunt beleuchtet, erzählten eine Geschichte.
Der Löwe strahlte nun mehr als je zu vor und gab uns eine Vorstellung vom feinsten. Musik und ständig wechselnde Motive - Gänsehautmoment.
Die Skyline an sich - ich kann das nicht in Worte fassen, wie unglaublich unreal dieser Moment für uns beide war.
Egal wo man sich befand, überall sah man riesige Hochhäuser. Als würde man vor einer Leinwand stehen, einem Kunstwerk. Wow, wow, wow.
Das Marina Sands Hotel - jeder kennt es.
Gefühlt ein riesengroßes Schiff über der Skyline von Singapur. Eine Nacht dort wäre doch mal was, oder?
Zwischendurch konnte man sich noch ein Konzert anschauen, denn jeden Abend fanden dort jede Menge Auftritte, mit immer wechselnden Darstellern statt. Ich sag’s ja, aufregend und nie langweilig, egal wo man sich in Singapur befindet.
Am nächsten Morgen ging es gut gestärkt für uns los - Sightseeing war angesagt. Was folgte war ein langer Spaziergang am Wasser und eine kleine Pause in einem Park. Nach so vielen Eindrücken und einer atemberaubenden Architektur nach der anderen, kommt man schon mal ins schwitzen.
Es sind die Details, die Singapurs Stadt ausmachen. Eine schön anzusehende Brücke nach der anderen, Figuren, mit denen man sich einen Spaß erlauben kann und Kugeln, die glaube ich abstrakte Kunst darstellen sollten. Ein historisches Viertel eben.
Auch hier in Singapur besuchten wir die unterschiedlichen Viertel. Little India - so wie wir es schon vorher kannten - bunt, laut, stressig und dennoch total aufregend.
Für uns immer wieder interessant, wie man plötzlich von einem Land ins nächste gelangt und somit die unterschiedlichen Lebensweisen zu Gesicht bekommt. Da wir ziemlich flott zu Fuß waren, entschieden wir uns einige Sehenswürdigkeiten zu verbinden. Somit folgte als nächstes Little Arabia - Die Masjid Sultan.
Eine von außen unglaublich schöne und große Moschee, mit der wir uns persönlich aber nicht weiter beschäftigten. Wir genoßen eher das drum herum.
Eine bunte Wand nach der anderen, süße Stände mit allem möglichen Krimskrams und ganz wichtig - farbenfrohe Stoffware wie z.B. Parshimas. Die sind dort an jeder Ecke zu finden.
Was folgte war eine ewig lange Gasse mit Restaurants und Bars an beiden Seiten. Eine echte Fressmeile so gesehen. Wir konnten uns gar nicht entscheiden, wo wir hin gehen sollten. An dem Tag haben wir uns wirklich treiben lassen, die Eindrücke genossen und einfach so viel von der Stadt gesehen. Wir hatten seit langem mal wieder unglaublich viel Spaß und Freude daran, eine so große Stadt zu Fuß zu erkunden und waren glücklich über jedes bisschen was wir von Singapur sehen durften. Am Abend kamen wir mit einem riesigem und bereitem Grinsen zurück in unser Hostel und gleichzeitig total geschafft, mit schmerzenden Füßen. Was zur Hölle stellte diese geile Stadt mit uns an? Wir waren verliebt.
Essen konnte man in Singapur auch gut und zudem noch preiswert. Die Stadt an sich ist ziemlich teuer und sehr sehr reich. Das sieht man an den Leuten und einfach an der Umgangsweise. Die Menschen sind ganz anders gekleidet, als in den restlichen asiatischen Gebieten wo wir waren. Paul und ich sind teilweise durch die Straßen gelaufen und haben jedes Mal geraten wer hier lebt und wer nicht, man sieht es einfach. Meistens zumindest. Aber das Essen... leider nicht so überwältigend wie im Red Garden in Geogetown, aber annähernd so gut. Ein riesiger Foodcourt, der sich in mitten der ganzen Hochhäuser niederließ.
Das ist immer was für Paul und mich. 5 - 10 min Fußweg von unserer Unterkunft entfernt - perfekt. So perfekt, dass wir dort eigentlich jeden Tag hingingen. Denn um ehrlich zu sein, war dass das einzige was man sich wirklich leisten konnte, wenn man auf sein Geld achten will. Auch gibt es dort hin und wieder Gerichte, die nicht annähernd so aussehen oder schmecken, wie sie eigentlich sollten. Das sind meistens die westlichen Gerichte - wie ich bei meinen Spagetthi mit Tomatensauce erfahren durfte. Die Einheimischen sind eben flotter und begabter was das kochen angeht, wenn die Einheimischen Gerichte oder asiatischen Gerichte allgemein gefragt sind. War ne Erfahrung wert. Im Foodcourt ist aber immer alles vertreten, so dass man sich keine Sorgen machen muss, etwas anderes zu finden. Orangensäfte und Shakes konnte man sich dort zu günstigen Preisen innerhalb von 2 Minuten frisch zubereiten lassen. Somit hatten wir unseren morgendlichen Vitaminkick gesichert.
Gardens By The Bay - sicherlich für jeden ein Begriff, wenn man nur die Stadt Singapur hört. Ebenso war es für uns bekannt und wir wollten uns diese Attraktion auf keinen Fall entgehen lassen. Einige Minuten Fußmarsch hatte der Weg auf sich, aber laufen ist ja bekanntlich gesund.
Angekommen, erwartete uns ein künstlich angelegter Park, durch den man einige Minuten lang durchlaufen konnte, bis man letztlich zu einer Brücke kam. Da wir uns im Vorhinein informiert hatten, wussten wir, dass um 19:45 Uhr eine Show beginnen sollte. Tja, leider war es erst 18:30 Uhr. Also was jetzt noch über eine Stunde lang machen? Ganz einfach. Hinsetzen, entspannen und das Treiben beobachten. Genau das taten wir.
Erst kam uns noch der Gedanke in den Sinn, Tickets zu kaufen und oben auf die Brücke zu gehen. Die Idee hatten leider auch 1000 andere Menschen und war somit hinfällig. Hätten wir uns dort angestellt, stünden wir Übermorgen noch da.
19:45 Uhr endlich. Man merkte, der Park wurde von Minute zu Minute immer voller. Es ging los.
Bunte Lichter, laute Musik und aufgeregte Stimmung. Es war auf jeden Fall total schön mit anzusehen und teilweise ein absoluter Gänsehautmoment - wären da nicht die vielen Menschen. Es war irgendwann wirklich nur noch ein gequetschte und Gedrängel, wer es wohl als erster nach vorne schafft und die beste Aufnahme macht. So ein Schwachsinn. Für uns reichte es dann auch nach wenigen Minuten und wir verließen den Trubel erleichternd. Endlich wieder atmen können.
Über eine erneute Brücke gelangten wir in das wohl bekannteste Hotel in Singapur - das Marina Sands Hotel. Hatten wir uns etwas anders vorgestellt. Ich weiß gar nicht wie man das beschreiben soll, also in der Mitte war nichts, nur rechts und links an den Wänden waren Türen. Denn die Zimmer verlagerten sich nach außen. Komisch.
Unten hin gegen war mal wieder ein luxuriöses Einkaufszentrum mit einem integrierten Fluss, auf dem man eine Bootsfahrt machen konnte. Völlig normal. Und eigentlich auch völlig sinnlos, aber das ist ja irgendwie üblich in Asien.
In Singapur stürzt man sich von einem Abenteuer und Erlebnis ins andere, ob man will oder nicht. Der eigentliche Plan war, nach den Garden by the Bay zurück ins Hostel zu gehen. Ja nix da. Die Shoppingmall kaum verlassen, wartete eine unglaublich schöne Wassershow auf uns. Woooow. Nächster Gänsehautmoment.
Gefühlt hatte ich Dauergänsehaut. Ich sag’s ja, die Stadt macht mich irre. Es war so eine einzigartige Atmosphäre, ich glaube jeder, der in diesem Moment vor Ort war, hat es einfach nur zu tiefst genoßen.
Mit eines der Gründe, warum wir auch in Singapur waren, war folgender - der größte Zoo Südostasiens. Ja genau richtig gelesen. Der größte. Zugleich wohl auch noch der schönste und gepflegteste. So wurde er zumindest angepriesen. Wir waren gespannt und wollten uns ein eigenes Bild davon machen. Wir kamen etwas spät dort an und hatten so gesehen nur noch 3 - 31/2 Stunden Zeit, uns den kompletten Zoo anzusehen. Klingt erstmal viel, jedoch ist es wie gesagt, der größte Zoo Südostasiens und laut Berichten haben dort schon einige den ganzen Tag verbracht. Die Idee hatten aber nicht nur wir. Mal wieder war warten und anstehen angesagt. Das darf dann meistens ich übernehmen, denn Paul ist mittlerweile so ungeduldig geworden, dass er jedes Mal rumläuft und sich eine Beschäftigung sucht, während ich dort vor Langeweile sterbe. Endlich Tickets bekommen - auf ging’s. Der Anfang war schon mal überragend für Paul.
Freilaufende Affen, die an die Menschenmassen so sehr gewohnt waren, dass sie das null interessierte, ob da gerade ein Paul mit seinem Handy direkt vor dem Gesicht des Affen hing. Ich sah nur wie Pauls Laune immer und immer weiter stieg - es ging Richtung Regenwald - mehr Affen also. Na toll. Aber selbst ich war angetan, denn man lief auf einer langen Holzbrücke entlang und konnte rechts und links den Affen beim Spielen und essen zu sehen. Eine Affenart? Nein. Unendlich viele Affenarten ließen sich in dem Zoo wiederfinden. Das war noch nicht alles.
Unter uns schwammen Krokodile, die gerade zu dem Zeitpunkt gefüttert wurden, in dem wir da waren. Perfektes Timing würde ich mal behaupten. Anstatt diesen Anblick mal auf sich wirken zu lassen, stellte Paul sich die ganze Zeit die Frage, was denn passieren würde, wenn ein Affe ins Wasser zu den Krokodilen fällt. Wenn man sonst nichts zutun hat...
Der Zoo war in verschiedene Gebiete und Zonen aufgebaut. So hatten wir den Regenwald nun hinter uns. Was folgte waren Afrika, noch mal erneut eine Welt voller Affen und unzählige mehr. Natürlich durften nicht alle Tiere frei herum laufen und das Leben ohne Gehege genießen. Dies waren dann aber auch die Tiere, denen man denke ich nicht unbedingt über den Weg laufen möchte. Wie zum Beispiel der weiße Tiger.
Ein so prachtvolles und wunderschönes Tier - nur am schlafen. Aber gut, hätte ich wahrscheinlich auch gemacht, bei gefühlten 35 Grad im Schatten. Ich muss sagen, die Gehege waren überwiegend Tier - und Artgerecht aufgebaut und eingerichtet und mit dem eigentlichen Lebensstandards des Tieres sehr gut verbunden. Nicht ohne Grund wurde der Zoo für seine schönen Gehege mit einem Preis belohnt. An jeder Ecke fanden sich immer wieder Tiere, die ich in echt so noch nie gesehen hatte. So auch der Nasenaffe.
Ich muss schon sagen, ein wenig bescheuert sieht der ja schon aus, mit seinem hängenden Sack im Gesicht. Ich kam gar nicht mehr aus dem Lachen heraus. Nimm’s nicht persönlich.
Über Schildkröten, Nilpferde, Riesen Echsen und anderen gewöhnlichen Zootieren bis hin zu einem extra angelegtem Vogelarial war alles vertreten. Riesig eben.
In dem Vogelpark erwarteten uns Papageien, über uns hängende und schlafende Fledermäuse, Tukans, neben dir hängende Faultiere, was auch immer das in einem Vogelpark zu suchen hat und diese kleinen süßen gestreiften Katta Affen. Ich würd mal sagen, alles am Start.
Auf dem Rückweg zum Ausgang liefen wir dann noch an Giraffen und Nashörnern vorbei und verabschiedeten uns somit auch wieder. Denn die Zeit war um und die Lust auch. Alles in Einem ist der Zoo sehr sehr cool und weitläufig aufgebaut, jedoch aber auch gleichzeitig sehr unübersichtlich. Man weiß nicht immer so genau, ob man dort schon war, oder von wo man gerade herkommt, aber eine Karte sollte einem Beistand leisten. Da der Zoo zu Fuß für viele Menschen anscheinend undenkbar erscheint, gibt es vor Ort einen Zugshattle, der eine komplette Rundtour anbietet. Natürlich für Geld. Und die Schlangen - puh, wieder einmal viel zu lang. Für Paul und mich auch nicht so ganz verständlich, weshalb man sich sowas antut, schließlich ist ein Zoo ja eigentlich dafür gedacht, rumzulaufen, Eindrücke zu sammeln und die Tiere zu genießen. Aber naja, andere Ansichten gibt es eben immer. Abgesehen von Elefantenshows und sonstigen Tierauftritten, werden die Tiere dort sehr sehr gut behandelt und gepflegt. So auch die Gehege. Die wenigsten Gehege haben wirklich eine Glasscheibe davor. Überwiegend sind sie so aufgebaut, dass die Tiere quasi eine Armlänge von einem selbst entfernt sind, ohne jegliche Trennwand oder sonstigem Schrott. Einfach nur durch einen Wassergraben von einander getrennt. Sowas nenne ich doch mal Tierliebe.
Für uns ein absolutes Highlight und auf jeden Fall zu empfehlen. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass man sich dort einige Stunden aufhalten kann oder vielleicht sogar einen ganzen Tag und somit unserer Meinung nach, den Trip nur einplanen sollte, wenn die Zeit vorhanden ist. Denn ansonsten ist die Stadt Singapur an sich schon ein eigenes und aufregendes Highlight an sich.
Singapur hat uns wahrlich umgehauen. Noch nie war ich persönlich so geflasht und verliebt zu gleich in eine Stadt. Ich glaube da kann ich für uns beide sprechen, dass das bisher die überwältigendste Stadt unserer Asienreise war und wir unglaublich froh darüber sind, dass Singapur ein Teil unserer Reise war. Wir haben Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, die wir unser lebenslang mit uns tragen können und sowas ist einfach nur Goldwert. Dankbar und überwältigt ging unsere Reise nun weiter. Singapur? Ihr wärt ziemlich blöd, wenn ihr diese Stadt niemals besuchen würdet. Ticket kaufen und hin da. Es lohnt sich absolut!!
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