Langkawi - endlich angekommen

Erster Eindruck? - der Wahnsinn. Wir haben gerade mal einen Schritt aus der Tür des Fährhafens gesetzt und Paul und ich verspürten einfach das Gefühl von Glück, endlich in Malaysia angekommen zu sein. Wir hatten uns schon Monate zuvor so sehr auf dieses Land gefreut und die Vorfreude stieg von Tag zu Tag immer mehr. Endlich war es soweit. 

Schon vom Boot aus sah man das riesige Wahrzeichen Langkawis - der große Falke. Die Anlage drumherum war total schön aufgebaut und das war nur der Fährhafen. Wie schön musste dann wohl das Umland sein? 



Langkawi bietet einen Mix aus Dschungel und Strand und eignet sich optimal zum einkaufen, schließlich sind auf der ganzen Insel Duty Free Shops. Nachdem wir uns beide neu eingekleidet und Souvenirs für unsere Familien gekauft hatten, fuhren wir, wie üblich, mit unserem Roller herum. Die Hauptstadt Kuah selber ist nicht wirklich schön, aber wir wollten sowie so in den Dschungel. Also zählte für uns das Umland und die dortigen Aktivitäten. Angefangen mit einem versteckten Wasserfall, der sehr beliebt bei den Einheimischen ist, bis hin zu einem Traumstrand an der Spitze Langkawis. 

Dadurch das man mit einem Roller flexibler ist und überall anhalten kann, wo es einem gefällt, entdeckten wir auf unserer Maps.me Karte einen Aussichtspunkt, den wir uns nicht entgehen lassen wollten. 

Ob es sich gelohnt hat? - naja darüber lässt sich denke ich streiten. Da wir schon bessere gewohnt waren, beeindruckte dieser uns eher weniger. 

Aber trotzdem war der Weg dorthin wieder traumhaft und umgeben vom tiefsten Dschungel Malaysias. 

Da das Wetter an dem Tag eher nicht so hervorragend war, kam die Option sich an den Strand zu legen nicht in Frage. Trotzdem wollten wir uns ein eigenes Bild von den Abschnitten machen und fuhren somit einige Strände ab. 

Dazu zählte unter anderem der Ayer Hangat, welcher ein schöner Photospot darstellte mit den ganzen Palmenblättern, sowie der blacksand Beach, welcher nicht wirklich schön anzusehen war. 

Das einzigst sehenswerte dort ist wirklich der dunkle Sand, der sich mit dem normalen weißen Sand vermischt. Vielleicht beeinflusste uns das Wetter aber auch ein wenig, schließlich sieht bei strahlendem Sonnenschein alles direkt schöner aus.

Da in Malaysia gerade der Beginn der Regenzeit war, befürchteten wir jeden Tag Regen. Dieses erwies sich als Falsch, denn wir hatten die Tage auf Langkawi überwiegend echt Glück mit dem Wetter. Was uns auch aufgefallen war, ist die Hitze dort. Für uns fühlte es sich so an, als wäre es viel wärmer als in Thailand und Kambodscha. Deswegen flüchteten wir meistens in der Mittagshitze an Orte, an denen es erträglicher war. 


Oriental Village - ein künstlich angelegtes Dorf, welches eine Attraktion nach der anderen anbietet. 

Pünktlich um 8:30 Uhr morgens standen wir vor dem Schalter und kauften uns zwei Tickets für das berühmte Cable Car sowie die Skybridge. Da es nur Kombi - Tickets zu kaufen gab, war das 3D Museum vor Ort noch inklusive.

Angefangen mit dem berühmten Cable Car fuhren wir ca. 15 Minuten in die Höhe. So hoch, dass man einen gesamten Blick über Langkawi hatte. Oben angekommen konnten wir uns entscheiden direkt rüber auf die Skybridge zu gehen, allerdings zu Fuß, oder eine halbe Stunde zu warten und dann mit einer weiteren Gondel dort hingefahren zu werden.

Da wir Menschenmassen satt hatten und uns denken konnten, dass der Großteil zu faul sein wird und sich hinfahren lässt, liefen wir den Naturetrail durch den Dschungel bis hin zur Skybridge und stellten fest, es hatte sich gelohnt. Nicht nur das es vom Preis her günstiger war, nein. 

Wir hatten die komplette Brücke für uns ganz alleine. Und das ungefähr eine halbe Stunde lang, bis die Gondel anfing los zu fahren. Der Ausblick von dort oben war gigantisch.

Erst jetzt realisierten wir, wie riesig Langkawi eigentlich ist. Und wie überwältigend der Dschungel war. Von der Skybridge runter, erkundeten wir die Anlage oben in den Bergen. 

Mehrere Aussichtspunkte und ein langer Weg mit ganz vielen Liebesschlössern an den Geländern. Man hätte auch in Köln sein können, jedoch passte der Hintergrund nicht dazu. 


Später, als wir wieder mit dem Cable Car nach unten gefahren sind, folgte das 3D Museum. 

Paul und ich kannten den Namen schon aus Bangkok, denn dort hatten wir ebenfalls überlegt rein zu gehen, allerdings war es einfach zu teuer. Da wir aber ein Kombi - Ticket gekauft hatten und es somit inklusive war, nutzten wir die Chance natürlich aus und freuten uns riesig. Was uns erwartete war aber eher Kindergarten.

Klar war es lustig, so zutun als würde man jeden Moment von einem wilden Tier gefressen zu werden, aber wenn das ganze Museum nichts anderes zu bieten hat und wirklich null Abwechslung herrscht, wird es einfach irgendwann total langweilig. Zumindest für uns. Für kleinere Kinder ist diese Attraktion um Längen besser als für Jugendliche und Erwachsene. Aber naja, danach sagten wir uns nur, wie glücklich wir darüber sind kein Eintritt in Bangkok gezahlt zu haben. Denn das hätte sich dann überhaupt gar nicht gelohnt und wäre einfach verschwendetes Geld gewesen und davon nicht zu wenig. 


Da wir eher abgelegener gewohnt haben und nicht direkt in der Touristenhochburg, sahen wir uns dort mal nach einigen Läden und Restaurants um. Was für ein Glück, dass genau gegenüber von unserem Hostel ein Indisches Restaurant geöffnet hatte, wo man für umgerechnet weniger als 3€ für zwei Personen frühstücken konnte. Und zudem war es so unfassbar lecker, dass wir einfach jeden Tag mindestens zwei mal dort verbracht und gegessen haben.  Einheimische Gerichte probierten wir auf Langkawi noch nicht. Wir wollten die Chance nutzen, weil wir vorher nicht geahnt hatten, dass man in Malaysia wirklich alles an Essen bekommen würde. Unter anderem auch Indisch.

Für uns gab es also jeden Tag Naan Bread und Butter Chicken Massala. Ein Traum.



Wir liebten es frei mit unserem Roller einfach los zu fahren, ohne Plan und zu schauen was man unterwegs alles so findet. Genau das taten wir jeden Tag und fanden einen Naturepark, der Mangrovenwälder und Wildlife versprach. Klingt erstmal aufregend, dachten wir uns. Also Ticket gekauft und rein da. Was uns erwartete war alles andere als Nature. 

Tiger, die ein so kleines Gehäge hatten, dass man hätte denken können sie leben in einer Gefängniszelle und Bären, die kurz vorm austrocknen schienen. Einfach nur schrecklich.

Durch den Mangrovenwald führte eine ewig lange Brücke, was an sich eigentlich ganz schön war, wären da keine aggressiven Affen gewesen, die einem den Gang darüber nicht gerade leicht gemacht haben. Zudem bot der Naturepark eine Bootsfahrt durch den riesigen Mangrovenwald an. Ja nix da. Kurzfristig geschlossen hieß es. Wir fragten uns mittlerweile wofür wir Eintritt bezahlt hatten. Um Tieren beim leiden zuzusehen? Das war absolut nicht dass, was wir wollten. Das schlimmste für uns ist wirklich wenn ein Park sich als Naturepark anpreist und es letztendlich nur ein abgeranzter Zoo ist, wo die Tiere im Vordergrund der eigentlichen Natur, nämlich des Regenwaldes, eingesperrt werden. 

Das einzige an Tieren was frei sein durfte, waren die Vögel. Da hatte Paul auch echt Spaß wie man sieht. Mit Futter kriegt man sie eben alle. Alle auf einmal - wie Paul merken durfte. 

Allem in Einem war es ein absoluter Reinfall und überhaupt nicht weiter zu empfehlen. Wir haben leider den Fehler gemacht und uns nicht, wie üblich, genauer informiert, da es eher eine spontane Aktion war. Wir waren enttäuscht und auch traurig darüber, für so etwas Geld bezahlt  zu haben und schämen uns immer noch, mit dem Eintritt das Ganze unterstützt zu haben. 


Auf Langkawi gab es unendlich viel zu entdecken und dementsprechend auch mehrere Attraktionen. Als wir mit dem Cable Car den Berg hochgefahren sind, hatten wir eine komplette Sicht über den Dschungel und konnten in Mitten des dichten Grün einen riesigen Wasserfall erkennen. Es sah einfach nur überwältigend aus, wenn auf einmal eine Masse von Wasser die Steine entlang läuft, während drum herum einfach nur der tiefste Dschungel Malaysias ist. Also stand für uns fest - den wollen wir sehen. Gesagt, getan. Das der Weg dort hin einige Hindernisse mit sich bringt, konnten wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen. Der Weg an sich zum Wasserfall war gut ausgebaut und führte auf Holzplatten und einer Art Brücke durch den Dschungel. Links und rechts nur grün, Tiere und ...Affen. Vorher hatte ich noch nie eine schlechte Erfahrung oder Begegnung mit Ihnen, schließlich ist es eher selten in Deutschland einen Affen über den Weg zu laufen. Deswegen hatte ich auch keine Bedenken, diesen Weg entlang zu laufen, während links und rechts Affen hockten. Ich muss zugeben, ein wenig Respekt hatte ich aber immer und wie sich herausstellte - zu recht. Gerade als eine Treppe hinunter zum Wasserfall führte, setzte sich ein größeres Männchen der Affen direkt vor uns auf den Weg und blockierte diesen somit. Gehen wir jetzt dran vorbei oder beißt der dann? Die Frage muss man sich hier wohl öfter stellen, schließlich leben hier wilde freilaufende Affen, wo man nie ahnen kann wie sie von Menschen behandelt wurden und somit auf einen reagieren. Für die zählt : Mensch ist Mensch. Anscheinend waren diese Affen nicht besonders gut mit Menschen, denn nichtmal eine Sekunde nachdem wir unseren Fuß neben ihn setzten, hörten wir nur noch ein lautes Fauchen und sahen unglaublich riesige Zähne. Als ich mich rechts und links umschaute, sah ich nur noch mehr Affen, die immer näher auf uns zusteuerten. Na toll. In dem Moment dachte ich mir nur eins - renn. Genau das tat ich auch, mit Paul an der Hand, der sich im Nachhinein nur gedacht hat, das ich komplett ein an der Klatsche habe. Er ist nämlich der jenige, der selbst in dieser Situation nur das positive herausnimmt, nämlich - die Affen haben nur gelacht und waren freundlich. Kann ja jeder für sich selbst entscheiden, wie er diese Reaktion der Affen deutet, für mich stand fest, ich möchte keinen Affen hier in Malaysia noch einmal zu nah kommen.

Unten angekommen, musste ich mich erstmal hinsetzen und etwas trinken. Ich glaube ich hatte wirklich so etwas wie einen kleinen Schock. Ich stand dort, kurz vorm heulen, mit zitterigen Beinen und wusste gar nicht mehr was gerade abging. Blöd nur, dass der selbe Weg der einzige war, der auch wieder hinauf ins Tal führte. Deswegen verbrachten wir dort erstmal ein paar Minuten, und sahen den Einheimischen zu, wie sie in den gesammelten Wassermassen des Wasserfalls schwammen und von Stein zu Stein hüpften, in der Hoffnung, dass die Affen bis dahin verschwunden waren. Und so war es letztendlich dann auch. 

Der Wasserfall an sich war schon ziemlich riesig und es bot sich an, ein wenig herumzuklettern. Denn davor befanden sich riesige Felsblöcke, die einigermaßen stabil aussahen. 

Irgendwann ging es dann für uns auch wieder aufwärts. Ich glaube, so angespannt bin ich einen Weg noch nie in meinem Leben entlang gelaufen. Ständig rechts und links geguckt, ob dort gleich der nächste tollwütige Affe um die Ecke geschossen kommt. Ja.. was soll man dazu noch großartig sagen außer, dass ich ab diesem Zeitpunkt wirklich eine große Angst gegenüber diesen Tieren entwickelt habe - zum Nachteil für Paul. 

Die Zeit begann, in der ich bei Wasserfällen jedes Mal hoffen musste, dass ich dort ohne Angst lang gehen konnte. Und so war es auch. Ein kleiner Wasserfall, wieder in Mitten des dichten Grünen und voll mit einheimischen Familien. Wohl ein Geheimtipp oder eher keine Touristenattraktion, denn kein einziger touri war zu erkennen. 

Über eine lange Brücke ging es zu steilen Treppen, über flache Felswege bis hin nach unten, zu einem kleinen aber dennoch feinen Wasserfall. 

Sehenswert war er alle mal, nicht unbedingt wegen der Größe, sondern einfach wegen der dortigen Atmosphäre.

Ich glaube dieser Wasserfall, war so etwas wie ein Schwimmbad für die Malaiien. So viele glückliche Familien, die in der puren Natur ihr Picknick hielten und die Sonne genoßen. Herrlich. Wir waren traurig darüber keine Badesachen eingepackt zu haben, denn es sah absolut nach Spaß aus. Trotzdem gingen wir mit einem breiten Grinsen zurück Richtung Roller, meinerseits schon alleine, weil ich keinem doofen Affen begegnet war.


Nächster Stop war die Spitze Langkawis. Was uns dort erwartete? - wir wussten es selbst nicht. Wir hatten von einem Strand gehört, dem wir aber nicht so viel Aufmerksamkeit schenkten, zu unrecht wie wir bemerkten. Wir wollten einfach nur so viel von der Insel sehen wie nur möglich. Schade das wir die Idee nicht schon früher hatten. Denn dieser Strand war ein Wahnsinns Paradis. 

Als wäre man in einer ganz anderen Welt. Viel los? - überhaupt nicht. Lag aber auch vielleicht daran, dass es kurz vorm Sonnenuntergang war, als wir eintrafen. Trotzdem - einmal ins Wasser springen muss drin sein, dachte Paul sich und war auch relativ schnell verschwunden. Ich hingegen war einfach so geflasht, setzte mich in den Sand und genoß einfach nur den Blick auf die, aus dem Wasser herausragenden schroffen Felsen. 

Während des Sonnenuntergangs machten wir uns schon wieder auf den Heimweg, schließlich waren die Straßen auf Langkawi nicht überall beleuchtet und im Dunkeln nicht immer leicht zu fahren. 


Was wir uns bisher noch gar nicht richtig angeschaut hatten, war die Tourihochburg Nr. 1. 

Eine ewig lange Straße, rechts und links nur Shops, Bars, Restaurants und Stände die etwas verkaufen wollten, sowie unzählige Touristen. Puh - wir waren froh etwas außerhalb zu wohnen. Na gut, eine Straße weiter um ehrlich zu sein, aber es schien so weit entfernt vom Massentourismus. Auf den Strand warfen wir auch noch einen allerletzten Blick, bevor für uns der Abschied von Langkawi näher rückte. 

Wir waren wirklich verblüfft, wie schön der Strand eigentlich war und ärgerten uns schon ein wenig, dass wir die Ecke komplett ausgelassen hatten. Aber gut - für Bilder reichte die Zeit dann doch noch. Dann hieß es aber auf gehts, ab gehts - Georgetown!!



Fazit Langkawi

Langkawi war aufregend und voller neuer Abenteuer. Von Anfang an fühlten wir uns dort total wohl und willkommen, was einen gelungenen Start für uns bot. Egal ob Strände oder Aktivitäten im Dschungel und Umgebung - Langkawi hat auf jeden Fall beides parat und bietet somit einen angenehmen Mix, der den Aufenthalt abwechslungsreicher macht. Für uns eine tolle Erfahrung und ein schönes Reiseziel in Malaysia.