Ja Ipoh... Geisterstadt? Verkehrte
Welt? - mir fällt kein richtiger Begriff dafür ein. I‘m sorry. Wo zur Hölle waren wir gelandet? Ab Nachmittags war die Stadt wie ausgestorben.
Wo waren plötzlich alle Menschen
hin? Warum sind die Geschäfte ab 16 Uhr überwiegend geschlossen und wo zur Hölle bekommt man hier noch was zum Abendessen? Fragen die sich nicht lange zurückhielten, wobei mich die letztere wohl
am meisten interessierte.
Unser Hostel in dem wir für die
Zeit dort wohnten war ok.
Neben nervigen Mitbewohnern, die
sich über Gerüche von Käsefüßen im ganzen Hostel beschwerten, bis hin zu merkwürdigen Besitzern, gab es doch noch positive Aspekte.
Lass mich überlegen... ja die
Dachterasse zum Beispiel, die man wegen des vielen Regens leider nicht oft nutzten konnte. Tja - Pech gehabt.
Ankunft war auf jeden Fall schon
mal Stress pur. Ohne Wissen über dieses merkwürdige Vorgehen vor Ort, kamen wir mit einem Loch im Magen an und wollten eigentlich nur was leckeres Essen. Und davon gerne viel. Wo landeten wir
letztendlich? In einer Pommesbude, die erst 10 min nachdem wir eintrafen geschlossen hatte.
Warum genau wollten wir uns nochmal
Ipoh anschauen? - ach ja. Paul hatte gelesen das es schön sein soll. Ja war es an sich auch, wirklich. Wunderschön!
Die Straßen hatten einen älteren
Stil, man fühlte sich, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Die Gebäude in bunten Tönen und teilweise echt heruntergekommen, aber das passte alles zusammen.
Dann noch die Streetart, die die
Stadt eigentlich wirklich sehenswert macht.
Aber wo sind die Menschen? Die haben irgendwie gefehlt und das ESSEN erst. Man man, noch nie hatte ich so Angst in meinem Leben, eine Mahlzeit auslassen zu müssen. Nichts desto trotz, hatten wir nun für 2 Nächte eingecheckt und mussten somit einen vollen Tag dort verbringen. Dort vor Ort? Neeee. Lag nicht so in unserem Interesse. Eher die Umgebung beziehungsweise die Schätze, die sich dort verborgen.
Höhlentempel - noch nie in meinem Leben gesehen. Das sich das aber als sportliche Aktivität entpuppt, hatte ich eigentlich nicht eingeplant. Aber gut - ich verstehe zumindest immer mehr warum es heißt Sport ist Mord. Ein Wunder dass ich es überhaupt so weit gebracht habe. Aber was tut man nicht alles um was neues kennenzulernen.
Schon alleine der Weg in die Höhle rein war so gigantisch, dass wir erstmal einige Minuten dort stehen blieben und das Ganze Prachtwerk auf uns wirken ließen.
Es versteckten sich an sämtlichen Felsen und Decken Malereien, die mit ihren bunten und knalligen Farben unsere Blicke fingen.
Weiter hinein konnte man leider nicht gehen, dafür aber aufwärts. Für Sportmuffel, wie mich, ist dies nun mal eine Qual, aber es hat sich wirklich gelohnt. Der Weg nach oben war anstrengend, aber unglaublich interessant und aufregend.
Die Treppe führte ganz eng zwischen den Felsen durch und jedes Mal blickte man nach oben und sah Licht. Es war wirklich faszinierend. Oben angekommen war aber noch kein Ende in Sicht.
Man hatte eine gute Sicht über Ipoh, aber das war noch nicht genug für uns. Also weiter ging’s.
Dieses Mal jedoch sah die Treppe nicht so einladend aus. Eher wie ein leeres Treppenhaus. Dies entpuppte sich aber schnell als vergessen, denn plötzlich war man vom dichten und knalligem Grün umgeben und vergaß dabei komplett die nervigen Stufen.
Ein kleines Häusschen zum entspannen wartete auf uns, mit einer unglaublich weiten Sicht über Ipoh. Eine 20 minütige Pause war drin, als es dann hieß, den ganzen Kram wieder nach unten latschen.
Für uns eine gelungene Abwechslung, allerdings sind wir fest davon überzeugt, dass es beeindruckendere Cave temple zu sehen gibt, auf unserer Weiterreise.
Da wir mit dem Bus dort hingefahren sind und bemerkten, wie schweinebillig das war, stand für uns fest - das geht auch zurück.
Wir konnten von Glück reden, dass wir gerade 3 Einheimische sahen, die dem Bus schon zu wunken, denn anhalten an Bushaltestellen? Kennen die nicht. Wo steigt man ein? - na da wo man sich gerade denkt, Mensch ich hab Bock auf busfahren, warte ich doch mal genau hier auf den nächsten Bus. Komische Welt. Naja, wir saßen und konnten uns freuen wieder einmal Geld gespart zu haben.
Wir konnten uns nicht vorstellen, dass es nur einige Restaurants gab, die man an einer Hand abzählen konnte, wo es abends noch etwas zu essen gibt. Also recherchierten wir ordentlich und fanden einen Artikel über einen Nachtmarkt. Wieso fiel uns das nicht schon am Abend davor ein? Also anschauen. Essen? Gab es dort reichlich.
Und plötzlich verstand ich, wo die ganzen Menschen geblieben waren. Nämlich hier und nirgendswo anders. Wir hatten Glück, dass wir noch gerade so einen Plastiktisch mit Hockern erwischten, denn alles war voll. Der Platz eher unbequem, das Essen dafür umso besser.
Tauge Ayam - lässt sich nicht viel zu sagen. Ein Haufen Reis, Sprossen und Hähnchen in Sojasauce und das wars auch eigentlich schon. Jeder hatte eine kleine Schüssel und diese typischen asiatischen Löffel, die gerade so in meinen Mund passten, um sich das Ganze schön zusammen zu matschen. Aber ich muss sagen - es war der Wahnsinn. So lecker und dennoch so unfassbar einfach.
Glücklich und gut gesättigt ging es für uns über den Markt. Souvenirs und da noch ein kleines Accessiore - ah ein Paradis für mich. Paul schon total angenervt, dass er gefühlt an jedem Stand halten musste, hielt nur nach einem einzigen Ausschau. Dem Ausgang. Der fand sich dann auch relativ schnell und es ging wieder Richtung Hostel. Leider. Wir fühlten uns beide nicht ganz so wohl in unserem Mehrbettzimmer und versuchten immer so spät wie möglich ins Zimmer zu kommen. Vielleicht lag es an den Leuten, vielleicht einfach an der Atmosphäre, wir können es selbst nicht genau sagen. Aber wir waren froh, dass wir das Hostel, so wie die Stadt Ipoh am nächsten Tag wieder verlassen konnten.
Auch wenn man sich in Ipoh nicht tagelang aufhalten kann, hat die kleine Stadt schöne Ecken zu bieten. Die zwei Nächte vor Ort haben uns allerdings total gereicht und genau so würden wir es auch jedem empfehlen. Ipoh bietet somit einen gelungenen Zwischenstopp und mal eine etwas andere Variante von einer Stadt als man sie bisher kannte.
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