Pulau Pangkor - eine unentdeckte Trauminsel

Diese kleine Insel hat kaum ein Tourist auf dem Schirm. Wir eigentlich auch nicht. Nachdem wir Anna-Lenas Geburtstag in Kuala Lumpur gefeiert hatten, hatten wir zwei Optionen:

Option 1: Wir bleiben die restlichen vier  Tage ebenfalls in Kuala Lumpur bis zu unserem eigentlichem Aufenthalt über Weihnachten. Wir hatten nämlich über Weihnachten im Vorfeld schon eine relativ teure Unterkunft gebucht. Somit wären wir acht volle Tage in Kuala Lumpur gewesen.

Option 2: Wir suchen uns eine Alternative. Das gestaltete sich als extrem schwierig. Ostküste ging nicht, da Regenzeit. Wieder hoch Richtung Norden wollten wir nicht, denn da kamen wir ja her. Also irgendwas in der Nähe von Kuala Lumpur. Durch Zufall entdeckten wir im Internet die kleine Insel Pulau Pangkor. Das war unser Ziel. Da wir nochmal „richtig“ Kuala Lumpur besuchen würden und eine Woche später noch in Singapur landen würden kam uns ein paar Tage Strand auf einer kleinen Insel grade Recht. 

Also buchten wir kurzerhand ein Ticket nach Lumut - dem Gateway nach Pangkor. Nach etwa vier Stunden Busfahrt erreichten wir gegen späten Nachmittag den Fährhafen. Völlig ahnungslos, dass wir am besten hätten rennen sollen. Denn um 17.30 ging die letzte Fähre. Wussten wir natürlich nicht. Woher auch. Hatten uns ja kaum informiert. Wir schlenderten ganz gemütlich zum Ticketschalter und erklärten der Dame das wir doch gerne nach Pulau Pangkor wollten. Die guckte uns an wie ein kaputtes Auto. Schnell fragte sie uns nach Namen und dem üblichen Quatsch den man so sagen muss, um ein Ticket zu buchen. Sie hackte mit ihren viel zu langen Fingernägeln irgendwas in ihren Computer ein und sagte die letzte Fähre würde um 17.30 Uhr fahren und wir sollten uns am besten beeilen. Ich schaute auf mein Handy. 17.28 Uhr. Jetzt guckten wir sie an wie ein kaputtes Auto. Eigentlich zwei kaputte Autos. Anna-Lena guckte ja mit. Wir warfen uns unsere Rucksäcke auf den Rücken und rannten los. Aber wohin? Ja wohin rannten wir eigentlich. Schnell aufs Ticket gucken. Pier steht nicht drauf. Na toll. Wie viele Piere gibts hier? Eins. Kann man dann ja schlecht verfehlen. Wir sahen unser Boot. Ich war noch nie so glücklich ein Boot zu sehen. Davor standen eine ganze Menge Leute. Merkwürdig. Mittlerweile war es genau 17.30 Uhr. Ich fragte den Typen der die Tickets kontrollierte ob das hier das Boot nach Pulau Pangkor ist. Seine Antwort war in etwa so: „Hier fährt nur ein Boot in eine Richtung, du Idiot“. Achja stimmt, da war ja was. Völlig abgehetzt und durchgeschwitzt stiegen wir aufs Boot und freuten uns das wir es noch bekommen hatten. 17.35 Uhr. Immer noch nicht los. Ich fragte einen anderen Typen wann wir denn losfahren würden. Genervt antwortete er: “ 18.15 Uhr“. Na. Toll. Uns wurde wieder mal bewusst das wir in Asien sind. Hier weiß niemand die genauen Abfahrtzeiten. Nun gut. 


Eine knappe Stunde fuhren wir zur Insel. Wir waren mal wieder die einzigen westlichen Touristen. Die Insel ist bei den Einheimischen unglaublich beliebt um Urlaub zu machen. Das merkten wir. Viele Familien hatten wohl grade Urlaub und fuhren ebenso, wie wir, nach Pulau Pangkor, um dort ein paar erholsame Tage zu verbringen. Angekommen wurden wir von einer Meute Taxifahrern belagert, die uns für einen Mondpreis zu unserer Unterkunft fahren wollten. „ Das sind nur drei Kilometer, das laufen wir“ - sagte ich zu Anna-Lena. Also liefen wir los. Tja. Was soll ich sagen. Schöne Scheisse. Das waren gefühlte acht Kilometer und die Abendsonne ballerte auf unsere Köpfe. Es war so unglaublich anstrengend. Wir wollten auf halber Strecke doch noch ein Taxi nehmen, aber anscheinend waren die alle ein bisschen angepieselt, da keiner uns mitnehmen wollte. Dumm gelaufen. Nach einer knappen Stunde kamen wir völlig erschöpft und schlecht gelaunt in unser Unterkunft an. Die Laune sollte sich umgehend verbessern, denn wir hatten mal wieder einen Glückstreffer gelandet. 

Wir kamen in unser Zimmer, man muss eigentlich Wohnung sagen, rein und waren geflasht. Ein riesiges Wohnzimmer mit Kühlschrank, Tisch, Sessel und Sofa. Dazu ein großes Schlafzimmer und ein Badezimmer. Der Balkon bot zwar keine schöne Aussicht, aber egal. Hier konnten wir uns für die nächsten Tage wohlfühlen.

Da wir in der Inselmitte wohnten liehen wir uns mal wieder ein Moped aus, um somit die Insel erkunden zu können. Pulau Pangkor ist recht klein, aber zu groß um alle Strecken zu Fuß zu meistern. Es gibt mehrere kleine Ortschaften auf Pangkor, doch nur eine ist halbwegs touristisch erschlossen. Nipah. Wenn man einen Ort auf der Insel als Touristenhochburg bezeichnen kann, dann ist es Nipah, obwohl der Begriff deutlich übertrieben ist. Hier finden sich einige Restaurants, Bars und kleine Supermärkte. Das wars aber auch schon, aber das reicht völlig. 

Hier kamen wir zum Essen her. 

Der angrenzende Strand, der Nipah Beach ist wunderschön und lädt zum verweilen ein.  Wir verbrachten einen ganzen Nachmittag am Nipah Beach und erholten uns. Außerdem gibt es direkt am Strand zwei coole Bars, wo wir Abends bei einem Cocktail den Sonnenuntergang genossen. Entspannung am Strand. Das ist das Motto von Pangkor.

Viele wirkliche Sehenswürdigkeiten hat die Insel nicht, die Strände sind sehenswert genug. Eine Attraktion entdeckten wir dennoch. Die schwimmende Moschee. Dabei schwimmt sie natürlich nicht wirklich sondern wurde knapp 100 Meter vom Ufer entfernt auf Holzstelzen ins Meer gebaut. Sie ist wirklich wunderschön und die goldenen Verzierungen glitzerten in der Sonne. Imposant steht sie dort im Wasser und bietet ein tolles Fotomotiv. Leider konnten wir nicht hinein, da zu unserem Besucht grade Gebetszeit war. Dennoch ein lohnendes Ziel. 

Mit der Zeit auf der Insel sind uns die großen Nashornvögel aufgefallen. Die Art ist vom Aussterben bedroht und hat hier anscheinend perfekte Bedingungen zum Leben gefunden. Wir sind extrem vielen begegnet und sie sind wirklich schön. Grade wenn sie flogen merkte man erst wie groß die Tiere sind. 

Den zweiten Tag verbrachten wir die komplette Zeit am Coral Bay und umzu. Der Coral Beach ist nämlich der wohl schönste auf der ganzen Insel. Es ist wirklich ein traumhafter Strand. Weißer Sand, türkisblaues Wasser und Palmen. So muss ein tropischer Paradiesstrand aussehen. Wir lagen in der Sonne und genossen es einfach. Da wir aber eigentlich nicht die typischen Strandlieger sind, brauchten wir noch ein wenig Action.


Da kam der Kajakverleih am Strand grade recht. Wir mieteten uns eins und paddelten drauf los. Vom Strand konnte man auf eine kleine vorgelagerte Insel blicken. Das war unser Ziel. Leider hatten viele malaiische Touristen dasselbe Ziel und wurden mit Booten vom Coral Beach mit dem Boot rüber gefahren, sodass es schnell sehr voll wurde. Dennoch ist diese kleine Insel wunderbar und wir planschten ein wenig im extrem klaren Wasser und ich sprang von ein paar Felsen hinab. 

Von der kleinen Insel aus entdeckten wir einen ganz kleinen Strandabschnitt auf dem Festland. Weit ab vom Coral Bay. Kein Mensch war zu sehen. Also paddelten wir hin und es war ein Traum. Der Strand war wirklich klein, aber dafür superschön. Und wir waren allein. Wir nutzten die Gelegenheit für eine Fotosession und genossen die Ruhe. 

Da wir unser Kajak für drei Stunden ausgeliehen hatten mussten wir aber auch schon bald die Rückfahrt antreten und erst hier merkten wir, dass wir uns verbrannt hatten. Aber volle Lotte. Die Sonne knallte die ganze Zeit auf uns und trotz mehrmaligen einschmieren hatten wir beide heftigen Sonnenbrand. Aber egal. Aus rot wird braun. Erschöpft aber überglücklich gaben wir unser Kajak ab und lagen den Rest der Zeit noch am Coral Bay. Den Sonnenuntergang sahen wir uns diesmal hier an und wurden ebenso wenig enttäuscht wie am Nipah Beach. 

Viel mehr haben wir nicht erlebt, aber das war ja auch unser Ziel. Nichts tun. Kräfte auftanken bevor es in die großen Städte Kuala Lumpur und Singapur ging. 



Fazit - Pulau Pangkor

Es gibt mit Sicherheit schönere Inseln in Malaysia. Grade die an der Ostküste sollen traumhaft sein. Aber für uns war es perfekt. Tolles Wetter, super Strände und eine gute Unterkunft. Mehr braucht es nicht für ein paar Tage entspannen am Strand. Mehr hat Pangkor auch nicht zu bieten. Wer Action oder Party sucht ist hier falsch. Hier ist Ruhe angesagt und das war richtig gut.