Die Cameron Highlands sind ein
beliebtes Reisziel in Malaysia. Neben den berühmten Teeplantagen soll es dort tolle Wanderwege geben. Wir beließen es bei den Teeplantagen. Aber der Reihe nach. Nach etwa zweistündiger Busfahrt
kamen wir im kleinen Ort Tanah Rata an. Leider ist diese Kleinstadt eine wahre Tourihochburg und grade asiatische Touristen haben hier ihre Bleiben. Allgemein wussten wir, dass die Highlands sehr
touristisch sein sollen, aber wir wollten sie auch nicht weglassen. Im Nachhinein können wir sagen, dass es Orte in Malaysia gibt die heftiger von Touristen überlaufen sind als die Highlands. Mag
eventuell auch an der Regenzeit gelegen haben.
Wir stiegen aus dem Bus und das
erste was wir sagten: „ Scheiße ist das kalt hier“. Aus dem heißen Ipoh ins kalte Gebirge. Wir checkten schnell in unsere kleine aber nette Unterkunft ein und kramten aus den Tiefen unserer
Backpacks lange Hosen, Pullover und Regenjacken. Eigentlich waren diese für Neuseeland und die USA gedacht. Das wir in Südostasien frieren würden hätten wir nicht gedacht. Aber um ehrlich zu sein
freuten wir uns, da wir nach über zwei Monaten 30 Grad + gewohnt waren. Da kamen uns die knapp 15 Grad vor wie deutscher Winter. Allgemein sah es nicht so aus als wären wir in Asien. Ich hätte
mich nicht gewundert, hätte ich ein Schild mit der Aufschrift „ Willkommen im Harz“ gesehen. Nadelbäume, die kalte Temperaturen und kleine Berghütten. Kein Asienfeeling. Aber das machte
nichts.
Da wir uns „nur“ die Teeplantagen
angucken wollten beschlossen wir, nur zwei Nächte in Tanah Rata zu bleiben. Also hatten wir nur einen vollen Tag den wir gut nutzen wollten.
Früh morgens wurden wir mit einem
alten Jeep abgeholt. Der sah nicht nur alt aus, der war es auch.
Unser netter Guide begrüßte uns und
zwei andere und erklärte uns den Tagesablauf. Zuerst ging es zum Mossy Forest.
Wie der Name schon sagt, ein mit
moosbewachsener Wald. Der Guide drückte ganz schön aufs Gas und wir fragten uns die ganze Zeit warum. Am Mossy Forest angekommen ging das Gerenne weiter. Keiner wusste warum. Reden tat der Guide
auch nicht. Einen kurzen steilen Weg ging es nach oben zu einem Weg inmitten von Moosbewachsenen Bäumen. Da es noch recht früh war lag der Wald im Nebel und machte den Anblick
mystisch.
Wir schnauften ganz schön. In einem
Affenzahn ging es den Weg weiter bis zu einem netten aber recht unspektakulären Ausblick.
Jetzt fing er an zu reden, der
Guide. Er wollte so schnell wie möglich hier her kommen da es sonst zu voll wird weil alle Tourenanbieter die selbe Tour machen. Tatsächlich waren wir fast alleine, nur eine kleine Gruppe war mit
uns dort. Als wir den Weg zurückgingen wurde uns klar warum er so Gas gegeben hatte. Eine einzige Menschenmasse kam uns entgegen und stand sogar Schlange zum Wegeingang. Hat er gut gemacht, der
Guide.
Weiter ging es nun endlich zu dem
Ziel weswegen wir hier eigentlich erst hingefahren sind. Die berühmten Teeplantagen. Wir stoppten bei einem Aussichtspunkt der überragend war.
Man konnte über hunderte Teefelder
sehen und der Himmel plus Sonne verschönerten den Anblick um ein Vielfaches. Leider konnten wir nur kurz diesen Blick genießen da wir weiter fuhren.
Das ist ein Punkt warum wir
geführte Touren eigentlich so hassen. Wir sind gebunden an jemanden der uns sagt was wir wann zu tun haben. Der sagt wann es weiter geht und wohin. Bei einigen Touren die wir bisher auf unserer
Reise erlebt haben war es nicht so schlimm aber grade hier war es echt nervig denn wir wären gerne noch länger dort geblieben und die Aussicht genossen. Nun gut.
Nach einer kurzen Weiterfahrt kamen
wir bei der größten und berühmtesten Teeplantage an. Boh.
Dort hatten wir eine Stunde Aufenthalt. Es hat sich gelohnt. Der Blick auf die saftig grünen Plantagen war gigantisch. Es wirkte so als würde sich das tiefe grün über hunderte Kilometer ziehen und nie enden. Ein hervorragendes Fotomotiv.
Neben dem Aussichtspunkt gab es
noch ein Café wo man natürlich den Boh - Tee trinken kann. Die Schlange war aber so deratig lang das wir uns noch die unspektakuläre Produktionshalle anschauten.
Danach liefen wir zurück durch die
Plantage zum vereinbarten Treffpunkt und kurze Zeit später fuhren wir weiter zur Schmetterlingsfarm. Hätten wir so außerhalb einer Tour nie gemacht war aber trotzdem mal ganz cool. Hunderte bunte
Schmetterlinge flogen durch das riesige Gehege und ab und zu setzte sich einer auf unsere Schultern. Außerdem konnte man noch einige andere Insekten und Reptilien begutachten. Nichts besonderes
aber halt mit in der Tour inbegriffen.
Als Abschluss der Tour ging es zu
einer Erdbeerfarm. So etwas unnötiges habe ich selten gesehen. Die meisten kennen vermutlich die riesigen Erdbeerfelder in Deutschland wo man sich selber frische deutsche Erdbeeren pflücken kann
und pro Kilo bezahlt. Hier war es eigentlich nichts anderes nur das die Erdbeeren künstlich gezüchtet werden und nicht bei natürlichen Bedingungen wachsen wie in Deutschland. Einfach aus
Interesse kaufte ich mir eine kleine Packung Erdbeeren um den Unterschied zu schmecken. Es sind Welten. Die schlecht schmeckendsten Erdbeeren in Deutschland schmecken besser als die hier. So
etwas ekelhaftes habe ich in meinem Leben noch nie gegessen.
Glücklicherweise ging es recht
schnell weiter und wir kamen zurück in Tanah Rata an. Insgesamt war die Tour eher mittelmäßig aber die Teeplantagen sind ein echtes Highlight und wir sind froh das wir sie gesehen haben. Schöner
wäre es gewesen hätten wir auf eigene Faust die Cameron Highlands entdecken können. So waren wir quasi gezwungen eine Tour zu buchen. Aber dennoch hat sich der Ausflug gelohnt und nach zwei
Nächten fuhren wir tiefer in das Inland. Nächster Stop. Der Taman Negara Nationalpark.
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